In Porz, genauer gesagt an der Rudolf-Diesel-Straße, müssen die Anwohner bald Abschied nehmen: Das Siemens Schuhcenter hat seinen Räumungsverkauf angekündigt, da die Schließung bereits für den 15. Mai 2026 geplant ist. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich die Einzelhandelslandschaft in der Region drastisch verändert. Noch bitterer wird die Situation durch die Nachbarschaft des ehemaligen Real-Marktes, der seit Ende Juni 2022 geschlossen ist. Kaufland hatte zwar Interesse an dem Standort geäußert, doch konkrete Fortschritte bei den Umbauarbeiten blieben aus.
Die Situation rund um den ehemaligen Real-Markt ist besorgniserregend. Der Parkplatz hat sich zu einer Müllkippe entwickelt, auf der sich nicht nur Abfall, sondern auch ungenutzte Autos ohne Kennzeichen sammeln. Auch das Gelände gegenüber des Schuhcenters und neben dem Möbelgeschäft Trösser ist eingezäunt, während der Müll weiterhin ein Problem darstellt. Mitarbeiter der verbleibenden Geschäfte berichten von einer zunehmenden Verwahrlosung und sogar von illegalen Geschäften in der Umgebung.
Politische Bemühungen um eine Lösung
In Reaktion auf diese missliche Lage plant die CDU in der Bezirksvertretung Porz einen Antrag zur Entwicklung des ehemaligen Real-Marktes. Ziel ist es, einen Sachstandsbericht zur aktuellen Situation des Geländes anzufordern. Die nächste Sitzung der BV Porz findet am 23. April um 17 Uhr im Bezirksrathaus statt und wird sicherlich ein wichtiges Forum für die Diskussion über diese Themen bieten. Neben der Problematik des ehemaligen Real-Marktes stehen auch die Luftqualität im Stadtbezirk (Grüne und Volt), die Umgestaltung des Poller Marktplatzes (SPD) und der Leerstand des ehemaligen Praktiker-Baumarktes (CDU) auf der Tagesordnung.
Herausforderungen und Chancen im Einzelhandel
Der Strukturwandel im Einzelhandel bringt nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen mit sich. In einer Analyse von KölnBusiness wird deutlich, dass trotz der pandemiebedingten Schwierigkeiten die Kölner Innenstadt und die Veedel nach wie vor attraktiv für Geschäftstreibende sind. Die Leerstandsquote in der Innenstadt liegt bei rund 8%, während die wahrgenommene Leerstandsquote in der gesamten Stadt bei 2,5% beträgt. Diese Zahlen zeigen, dass ein gewisser Leerstand notwendig ist, um den Marktbedürfnissen gerecht zu werden.
Haupteinkaufsstraßen wie die Hohe Straße und die Schildergasse erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Internationale Marken wie Xiaomi, Armani und Polo Ralph Lauren haben sich hier angesiedelt, was zeigt, dass die Kölner Innenstadt trotz aller Widrigkeiten ein Magnet für Einzelhändler bleibt. Innovative Konzepte wie der _Blaenk-Store, der flexible Kaufoptionen und QR-Code-Scans anbietet, sind Beispiele für die Anpassungsfähigkeit des Handels an die sich verändernden Bedürfnisse der Kunden.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation rund um den ehemaligen Real-Markt entwickeln wird. Die politischen Bemühungen und die kreative Anpassungsfähigkeit der Händler könnten jedoch entscheidend dafür sein, wie die Einzelhandelslandschaft in Porz in den kommenden Jahren aussieht.