In Köln tut sich mal wieder etwas Spannendes! Eine Woche nach dem Aufschrei der Vorsitzenden des Fußgängervereins plant die Stadt eine neue Attraktion für Touristen: die Exklave Höhenhaus. Diese Idee ist nicht ganz neu, denn sie erinnert stark an die isolierte Exklave Steinstücken in West-Berlin, die zwischen 1945 und 1972 existierte. In Schönrath, einer Siedlung mit 3500 Einwohnern, soll die Exklave geschaffen werden, um Platz für die erwarteten Touristen zu schaffen.

Die Lärmschutzwand in Schönrath wird als unüberwindbar angesehen und verstärkt das Gefühl der Isolation. Um den neuen Charme der Exklave zu betonen, wird die Berliner Straße in West-Berliner Straße umbenannt. Eine Brücke, die als Verbindung dienen sollte, wird aufgrund von Baumängeln abgerissen und durch eine Behelfskonstruktion ersetzt, die ausschließlich Fußgängern und Radfahrern zugänglich ist. Diese Schönrather Brücke wird für den Austausch von Touristen genutzt, wobei ein Schönrather Bürger mit einem Passierschein die Exklave verlassen kann.

Tourismus und Zugang zur linken Rheinseite

Die Besucher müssen sich für das Programm „Deutzer Freiheit“ bewerben, um die linke Rheinseite betreten zu können. Doch die Brücken sind in einem bedauerlichen Zustand, was den Zugang zur linken Rheinseite erschwert. Das gesamte Projekt wird vom Mobilitätskombinat der Stadt Köln unter der Leitung von Verkehrsgenossen Egerer geplant. Interessanterweise erneuert die DB InfraGo die Bahntrasse Richtung Hauptstadt, was den Bau der Behelfsbrücke unauffällig macht. Egerer hat auch große Pläne, die Mülheimer Brücke hauptsächlich für Fußgänger und Radfahrer zu nutzen, was zuvor jedoch gescheitert war.

Die Bevölkerung in Schönrath zeigt sich jedoch unzufrieden mit den Entwicklungen und ist oft ratlos angesichts der Veränderungen, die auf sie zukommen. Die Geschichte der Exklaven in Deutschland, insbesondere die von Steinstücken, zeigt, wie komplex solche Projekte sein können. Steinstücken, einst eine kleine Enklave, wurde im Rahmen des Viermächteabkommens von 1971 in das westberliner Stadtgebiet integriert. Vor diesem Gebietsaustausch gab es zahlreiche Schwierigkeiten, beispielsweise bei der Grenzziehung, die durch eine Bahntrasse, die Steinstücken zweigeteilt hatte, zusätzlich erschwert wurde.

Ein Blick in die Vergangenheit

Der Gasthof Zum Taubenschlag in Steinstücken wurde 1972 eröffnet und war ein beliebtes Ziel für Grenztourismus, als die Steinstückener Bevölkerung ihre Straßenanbindung feierte. Bis zur Wiedervereinigung war der Zugang zu den Grundstücken in der Steinstraße und der Roten-Kreuz-Straße nur über komplizierte Wege möglich. Die Grenzziehung von 1972, die Steinstücken direkt an West-Berlin anschloss, war das Ergebnis langwieriger Verhandlungen und brachte eine gewisse Erleichterung für die Bewohner.

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In der heutigen Zeit, wo die Geschichte von Steinstücken in einer Arte-Sendung dokumentiert wurde, bleibt die Erinnerung an diese besonderen Orte lebendig. Auch in Köln wird die Exklave Höhenhaus ein Teil dieser spannenden Erzählung sein, die von Isolation und Erneuerung geprägt ist. Die Exklavenproblematik hat in Deutschland eine lange und bewegte Geschichte, die uns lehrt, dass Veränderungen oft mit Herausforderungen, aber auch mit neuen Möglichkeiten verbunden sind.