Müll-Hotspot in Köln: Anwohner fordern Kameras gegen wilde Ablagerungen
Müllproblematik in Humboldt-Gremberg: Anwohner berichten über gefährliche Littering-Situation und fordern Maßnahmen der Stadt Köln.

Müll-Hotspot in Köln: Anwohner fordern Kameras gegen wilde Ablagerungen
In der schönen Domstadt Köln gibt es immer wieder dieselben leidvollen Themen: Einer dieser Brennpunkte ist zweifellos die ungeliebte Müllkippe an der Pulvermühle, Ecke Emser Straße in Humboldt-Gremberg. Wie der Express berichtet, sendet ein frustrierter Anwohner immer wieder Fotos, um die prekäre Situation zu dokumentieren. Fremde Menschen lassen hier ihren Müll entsorgen, als wäre das ein Naturgesetz – und die Folgen sind alles andere als schön.
So wurde am Sonntag, dem 22. Juni 2025, um 16:48 Uhr ein erstes Foto aufgenommen, das die groteske Ansammlung von Abfällen zeigt. Nur einen Tag später, am Montagmorgen, kümmerte sich die AWB um die Beseitigung des Mülls. Doch kaum war die Arbeit erledigt, da sah es schon am Montagabend, um 19:22 Uhr, wieder ganz anders aus: Die Stelle war erneut zugemüllt. Die Frustration des Anwohners ist nachvollziehbar, schließlich wird hier immer wieder das gleiche Spiel gespielt. Sein Vorschlag? Kameras installieren, um das ungebetene Müllschmeißen zu stoppen. Allerdings hat die AWB aus datenschutzrechtlichen Gründen solche Maßnahmen in der Vergangenheit bereits abgelehnt.
Littering: Ein ständiger Begleiter
Doch die unerfreuliche Lage an der Pulvermühle ist nicht das einzige Beispiel für Littering in Köln. Die Stadt und die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) versuchen, dem durch eine umfassende Informationskampagne entgegenzuwirken. Ziel ist es, die Kölner Bürger über die negativen Auswirkungen des achtlosen Müllwerfens aufzuklären und ihr Verantwortungsgefühl zu wecken. Littering, das Wegwerfen von Abfällen wie Zigarettenkippen, Pizzakartons oder Getränkedosen, belastet unsere Umwelt erheblich – eine weggeworfene Zigarette kann auch unter Umständen mehr als 40 Liter Wasser verunreinigen!
Wie die Stadt Köln auf ihrer Website berichtet, erreichen die Kosten für die Beseitigung von wildem Müll inzwischen die stolze Summe von 13 Millionen Euro pro Jahr – und die Tendenz ist steigend. Meldungen über wildes Müllabladen haben sich seit 2017 nahezu verdoppelt und liegen mittlerweile bei fast 20.000 pro Jahr. Neben den finanziellen Aspekten geht es auch um das Wohl und die Sauberkeit der Kölner Grünanlagen, wo sich die besonderen „Grill-Scouts“ der AWB an sommerlichen Wochenenden um Aufklärung bemühen und Mülltüten verteilen.
Ein Weg nach vorne?
In Köln stehen rund 23.000 Papierkörbe bereit, aus denen fast 9.000 in den Grünanlagen mit Aschenbechern ausgestattet sind. Zudem gibt es einen kostenlosen Sperrmüll-Service für größere Abfälle, der bei der AWB angemeldet werden muss. Die Stadt hofft, dass durch diese Maßnahmen das Bewusstsein für die Müllproblematik geschärft wird und die Bürger ihr Verhalten überdenken.
Es bleibt abzuwarten, ob die Aktion der AWB und die Initiative gegen Littering, die durch aktives Engagement von über 100.000 Freiwilligen bei „Kölle putzmunter“ unterstützt wird, doch noch fruchtbare Ergebnisse liefern. Die Frage steht im Raum, wie lange die Stadt noch dagegen ankämpfen kann – und ob es an der Zeit ist, auch drastischere Maßnahmen zu ergreifen. In der Zwischenzeit sind die Anwohner an der Pulvermühle jedenfalls einer unendlichen Geduldsprobe ausgesetzt.