Am Abend des 4. März 2026 fand am Münchner Nockherberg die traditionelle Starkbierprobe statt, die ein echtes Highlight im politischen Kalender darstellt. Die Veranstaltung, bekannt für ihr humorvolles und oft bissiges Derblecken, wurde live vom Bayerischen Rundfunk übertragen und erstmals auch im Livestream bei der Abendzeitung angeboten. Auf der Bühne sorgten zahlreiche bekannte Politiker für Unterhaltung und politische Satire.

Hubert Aiwanger trat gleich zu Beginn auf und sang a cappella ein Lied, das als „Machtbeweis“ interpretiert wurde, da die Musiker nicht mit ihm musizierten. Aiwanger kommentierte dies humorvoll mit den Worten: „Ich sing ein Lied am Nockherberg, zu fetziger Musik / Doch wenn jetzt keiner musiziert, ist das vielleicht Kritik.“ In einer amüsanten Gegenüberstellung sangen Markus Söder, Michaela Kaniber und Katharina Schulze eigene Lieder und konfrontierten Aiwanger mit der Zeile: „Ich hab ein Lied am Nockherberg / und du-hu hast halt keines.“

Politische Streitereien und Satire

Der Abend war geprägt von einem lebhaften Streit zwischen Söder und Schulze über die Koalitionspartner, wobei die Freien Wähler gegen die Grünen ins Visier genommen wurden. Söder nutzte die Bühne, um über alte Zeiten zu singen und Übeltäter zu bestrafen, während Schulze sich am Schandpfahl positionierte und Söder scharf kritisierte. Die Diskussion über Verbotsparteien und die Veggie-Wurst sorgte für weiteren Zündstoff und belustigte das Publikum.

Eine weitere skurrile Szene war die Kontrolle von Dieter Reiter durch ein Dobrindt-Double, das aufgrund seines Teints eingreifte. Reiter verteidigte sich humorvoll und erklärte, dass er Münchner sei und Bräunungscreme benutze. Auch er trat mit einem Lied auf, das die Herausforderungen seines Amtes als Oberbürgermeister thematisierte und auf die finanziellen Schulden Münchens hinwies. Söder konterte prompt, dass Reiter oft über Geld spreche.

Reaktionen und Feedback

Das Singspiel mit dem Titel „Wirf das Handtuch, Lindwurm!“ stieß auf gemischte Reaktionen. Markus Söder bezeichnete es als „ganz nett“, äußerte jedoch Kritik an den Längen und stellte fest, dass er nicht alles verstanden habe. Clemens Baumgärtner lobte die Charaktere und den Flirt zwischen Schulze und Söder, während Manuel Pretzl das Singspiel als Verbreitung von „Fake News“ kritisierte. Fastenprediger Stephan Zinner, der 2026 erstmals in dieser Rolle auftrat, thematisierte in seiner Fastenrede den Münchner OB-Wahlkampf und appellierte für mehr Augenmaß.

Die Stimmung im Saal war laut Berichten eher mau, mit wenigen Lachen, was die Darsteller und das Publikum gleichermaßen überraschte. Doch trotz der kritischen Stimmen fand das Singspiel auch lobende Worte, wie von Markus Blume, der es als legendär bezeichnete und als guten Neueinstieg bei der Fastenrede sah.

Blick in die Zukunft

Die Vorbereitungen für die Starkbierprobe 2026 hatten bereits im Vorfeld für viel Aufregung gesorgt. Die Darsteller standen fest: Thomas Unger als Markus Söder, Stefan Murr als Hubert Aiwanger, und David Zimmerschied als Friedrich Merz waren nur einige der prominenten Gesichter, die auf der Bühne agierten. Das Bühnenbild und die Kostüme blieben bis zur Veranstaltung geheim, doch erste Eindrücke deuteten auf eine düstere Atmosphäre hin.

Für alle, die das Event verpasst haben, wird es am 7. März um 20:15 Uhr eine Wiederholung im BR geben. Zudem gab es am Vorabend der Veranstaltung ein spannendes Vorprogramm „Wir in Bayern“, das einen Blick hinter die Kulissen der Starkbierprobe gewährte.

Für weitere Informationen und Eindrücke der Veranstaltung können Sie die Berichterstattung der Abendzeitung sowie die Details von der Augsburger Allgemeinen verfolgen.