Die Kölner Fähre „Krokolino“ hat am letzten Sonntag ihren Fährbetrieb zwischen den Ufern von Weiß und Zuendorf wieder aufgenommen. Geschäftsführer Niklas Thiel äußerte sich erfreut über den Start in die neue Saison. Während der Wintermonate wurden umfangreiche Instandhaltungsarbeiten durchgeführt, darunter Reparaturen an der Steganlage und Schweißarbeiten. Verschleißteile wurden ausgetauscht, die Fähre erhielt einen neuen Unterwasseranstrich und wurde über den Schiffs-TÜV geprüft. Das bedeutet, dass die „Krokolino“ nun wieder sicher auf dem Rhein pendeln kann.

Die Fähre fährt nach Bedarf, das heißt, sie wartet auf Gäste, bevor sie ablegt. Im März beschränkt sich der Betrieb allerdings auf die Wochenenden. Aufgrund des Februar-Hochwassers mussten einige Unannehmlichkeiten bewältigt werden, wie das Entfernen von Treibholz und das Anpassen der Ketten, um schwankende Wasserstände zu kompensieren. Thiel hat zudem sichergestellt, dass genug Spritvorrat für das Jahr vorhanden ist. Die Preise für die Überfahrt sind seit zwei Jahren stabil: Fußgänger und Inlineskater zahlen 4 Euro für die Hin- und Rückfahrt, Fahrräder und E-Scooter 3 Euro, während Kinder unter vier Jahren kostenlos fahren. Ab April wird der Fahrbetrieb auch in der Woche von Dienstag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 19 Uhr angeboten. Es ist zu beachten, dass nur Barzahlung möglich ist und kein Fahrplan notwendig ist, da die Fähre regelmäßig pendelt. Weitere Informationen finden Sie in einem Artikel der Kölner Stadt-Anzeiger.

Herausforderungen im Fährbetrieb

<pWährend die „Krokolino“ wieder in Betrieb ist, gibt es im Kölner Norden Probleme mit der Fähre „St. Michael“. Diese ist seit vergangenem Donnerstag aufgrund eines technischen Defekts außer Betrieb. Der Antriebsstrang hat Probleme verursacht, und die Stadt Leverkusen hat angekündigt, dass die Fähre längere Zeit ausfallen wird, da Ersatzteile fehlen. Die Demontage technischer Komponenten hat bereits begonnen, jedoch ist der Zeitpunkt für die Reparatur noch unklar. Die Stadt Leverkusen hält 50 % der Anteile an der Fährgesellschaft „Rheinfähre Köln-Langel/Hitdorf GmbH“, die andere Hälfte gehört der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK).

Die „St. Michael“ wurde im Juli 2024 als Ersatz für das havarierte Fährschiff „Fritz Middelanis“ in Betrieb genommen und war bis zu diesem Vorfall ohne nennenswerte technische Störung im Einsatz. Der Fährbetrieb war in den letzten elf Monaten zuverlässig, jedoch durch Hoch- und Niedrigwasser sowie Personalmangel eingeschränkt. Politische Stimmen fordern den Erhalt der Autofähre und schlagen vor, eine elektrische Personen- und Fahrradfähre zu entwickeln. Die Stadt Leverkusen bemüht sich um Neueinstellungen von Fährführern, um Ausfallzeiten zu vermeiden. Mehr Informationen dazu sind in der Rundschau Online zu finden.

Personalengpässe und Zukunft des Fährbetriebs

Ein weiteres Thema, das die Fährbetriebe betrifft, sind die Personalprobleme in den Familienbetrieben. Der Kapitän Hajo Schäfer, fast 60 Jahre alt, kann den Betrieb nicht alleine führen, da zwei seiner Kollegen kurz vor dem Renteneintritt stehen. Die Fähre hat nur bis zum 19. Dezember geöffnet, und Schäfer äußert emotionalen Schmerz über die mögliche Schließung, da die Fähre täglich von Schülern und Anwohnern genutzt wird. Der gesamte Betrieb kostet im siebenstelligen Bereich, und die Suche nach Nachfolgern wird durch Headhunter unterstützt. Die Rheinbahn prüft zudem die Möglichkeit, den Fährbetrieb zwischen Kaiserswerth und Meerbusch zu übernehmen. Unklar bleibt jedoch, wann diese Prüfung abgeschlossen sein wird. Weitere Details hierzu finden Sie im Artikel von WDR.