Heute ist der 28.02.2026 und die Stadt Köln erlebt einen massiven Streik im öffentlichen Nahverkehr, der von der Gewerkschaft Verdi organisiert wurde. Beschäftigte der KVB, SWB und Wupsi haben am 27. und 28. Februar zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Der Hintergrund dieser Aktionen sind die laufenden Tarifverhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband NRW, bei denen die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt haben. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 2. und 3. März statt, doch eine Lösung des Tarifkonflikts scheint in weiter Ferne zu sein. Der Streik hat nicht nur lokale Auswirkungen auf den Kölner Nahverkehr, sondern gilt auch bundesweit, was die Situation zusätzlich kompliziert.

Die Auswirkungen sind bereits spürbar: Am Freitagabend kam es zu über 300 Kilometern Stau im Feierabendverkehr in Nordrhein-Westfalen, wobei besonders die Verkehrslage um die Lanxess-Arena in Köln stark betroffen war. Die Östliche Zubringerstraße war überlastet, und Verdi meldete etwa 12.000 Streikende in ganz NRW. Während die KVB ab Freitag, 3 Uhr, keine Stadtbahn-Fahrten mehr anbietet und nur Busfahrten durch Subunternehmen durchgeführt werden, bleiben die KVB-Kundencenter und Verkaufsstellen geschlossen. Positive Nachrichten gibt es für Nutzer der Regionalzüge und S-Bahnen, die nicht vom Streik betroffen sind. Doch für viele Kölner, die sich auf Veranstaltungen wie das Spiel der Kölner Haie und die Partie des 1. FC Köln freuen, könnte der Streik eine unerwartete Hürde darstellen.

Forderungen der Gewerkschaft

Verdi fordert unter anderem eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich, verlässliche Ruhezeiten und höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit. Frank Michael Munkler von Verdi betont die hohe Belastung der Beschäftigten und die Notwendigkeit von Verbesserungen. Die tariflichen Auseinandersetzungen sind Teil eines größeren Rahmens, in dem die Gewerkschaften seit November in allen 16 Bundesländern für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. In der aktuellen Tarifrunde werden nicht nur Arbeitszeitverkürzungen gefordert, sondern auch höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in vielen Bereichen, darunter auch im öffentlichen Dienst.

Die Auswirkungen der Warnstreiks sind bereits in vielen Städten zu spüren. In Nordrhein-Westfalen sind große Städte wie Bonn, Düsseldorf und Dortmund betroffen, während in Niedersachsen aufgrund einer Friedenspflicht bis Ende März kein Streik stattfindet. Im Süden Deutschlands, insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg, wird die Situation weiterhin beobachtet, während in anderen Bundesländern wie Hessen und Rheinland-Pfalz bereits Streiks angekündigt sind.

Ein Blick auf die Tarifverhandlungen

Die aktuellen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen betreffen rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland. Die Gewerkschaften Verdi und der Beamtenbund dbb fordern unter anderem 8% mehr Lohn oder mindestens 350 Euro mehr pro Monat sowie zusätzliche freie Tage für alle Beschäftigten. Arbeitgeberseite, vertreten durch Bundesinnenministerin Nancy Faeser, äußert Bedenken über die hohen Forderungen, da diese zusätzliche Kosten in Höhe von 14,88 Milliarden Euro für kommunale Arbeitgeber mit sich bringen würden. Die letzte Tarifrunde führte bereits zu einer Erhöhung von 5,5% und Sonderzahlungen von 3.000 Euro, und die Verhandlungen könnten sich erneut zu einem harten Tarifkonflikt entwickeln.

Zusammengefasst steht Köln derzeit vor einer herausfordernden Situation im Nahverkehr, die die alltäglichen Pendler und Besucher der Stadt betrifft. Die kommenden Verhandlungstage werden entscheidend sein, um die Spannungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu entschärfen und eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten akzeptabel ist. Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Streikgeschehen, werfen Sie einen Blick auf die umfassende Berichterstattung auf Express und Tagesschau.