Heute ist der 26.02.2026 und in Köln steht ein ganz besonderes Ereignis an. Der Film ““Tastenarbeiter – Alexander von Schlippenbach““ wird gezeigt, ein Werk, das die musikalische Reise eines der bedeutendsten Vertreter des europäischen Free Jazz dokumentiert. Tilman Urbach begleitet in diesem persönlichen Porträt Alexander von Schlippenbach, der als einer der Urväter des Free Jazz gilt. Schlippenbach, geboren am 7. April 1938 in Berlin, ist nicht nur Pianist, sondern auch Komponist und Arrangeur, der seit Jahrzehnten Bands leitet und Klavier spielt.

Im Film werden nicht nur biografische Brüche und Aufbrüche in Schlippenbachs Leben thematisiert, sondern auch sein Weg ins Musiker:innenkollektiv ““Free Music Production““ (FMP) rekonstruiert. Diese Bewegung stand für eine Entgrenzung vom musikalischen und politischen Establishment, was besonders die 68er-Bewegung widerspiegelt. Schlippenbach sieht sich selbst als Musiker und nicht als politischen Aktivisten, doch die Musik bleibt für ihn bis heute ein Ausdruck von Haltung und Statement. In Dresden jammt er im Film mit dem Perkussionisten Günter ““Baby““ Sommer und reflektiert über seine Erfahrungen in der DDR, wo Free-Jazz-Musiker:innen wie Popstars gefeiert wurden.

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Einblicke in Schlippenbachs Karriere

Alexander von Schlippenbach erhielt bereits im Alter von acht Jahren Klavierunterricht und studierte später Komposition an der Hochschule für Musik Köln. Während seiner Studienzeit war er Pianist im Jazzquintett von Gunter Hampel und spielte ab 1965 im Ensemble von Manfred Schoof. Mit 28 Jahren gründete er das Globe Unity Orchestra, das bis heute ein bedeutendes Ensemble im Bereich Free Jazz ist. 1968 war er maßgeblich an der Organisation eines der „Anti-Festivals“ in Köln beteiligt und trug zur Gründung des Labels Free Music Production (FMP) bei.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte Schlippenbach seine musikalische Karriere weiter. Er unternahm zahlreiche Tourneen für das Goethe-Institut, produzierte für verschiedene Rundfunkanstalten und erreichte mit seinen Langspielplatten und CDs bei Labels wie MPS, CBS und ECM einen hohen Bekanntheitsgrad. Auch in den letzten Jahren war Schlippenbach aktiv, gründete das Schlippenbach-Walsdorff Quartett und trat gelegentlich mit seinem Sohn Vincent alias DJ Illvibe auf.

Ein Vermächtnis im Jazz

Das Lebenswerk von Alexander von Schlippenbach ist reich an Auszeichnungen. Er erhielt unter anderem den Kunstpreis Berlin, den Albert-Mangelsdorff-Preis und wurde 2017 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Zu den jüngsten Ehrungen zählen der Jazzpreis Berlin und der Deutsche Jazzpreis für sein Lebenswerk im Jahr 2024.

Im Film ““Tastenarbeiter – Alexander von Schlippenbach““ wird nicht nur die persönliche Seite des Künstlers gewürdigt, sondern auch die grundlegenden Prinzipien des Free Jazz, die Radikalität, Individualität und Freiheit betonen. Die gleichberechtigten Stimmen im Globe Unity Orchestra, das Schlippenbach leitet, sind ein hervorragendes Beispiel für diese Ideale. Die Lebens- und Arbeitspartnerschaft mit seiner Frau, der Jazzpianistin Aki Takase, wird ebenfalls beleuchtet und zeigt, wie tief die Musik in ihrem gemeinsamen Leben verwurzelt ist. Für mehr Informationen über den Film und die Hintergründe zu Alexander von Schlippenbach, besuchen Sie die Cineplex-Seite sowie die Wikipedia-Seite.

Das musikalische Erbe von Alexander von Schlippenbach ist nicht nur in der Jazzszene, sondern auch in der Kulturgeschichte Deutschlands signifikant. Seine Beiträge zur Entwicklung des Free Jazz und seine Rolle in der 68er-Bewegung sind ein unverzichtbarer Teil der Musikgeschichte, die weit über die Grenzen Kölns hinausreicht.