Am 16. Oktober 1991 ereignete sich in Köln ein tragischer Mordfall, der bis heute ungeklärt bleibt. Die 16-jährige Seckin Caglar, die mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder in Köln-Poll wohnte und in einem Supermarkt arbeitete, verschwand auf dem Heimweg von ihrer Ausbildungsstelle. Ihr Vater holte sie an der Straßenbahnhaltestelle Poll-Autobahn ab, kam jedoch zu spät. Seckin erschien nicht mit den nächsten Bahnen, was ihre Eltern dazu veranlasste, die Polizei zu informieren. Am nächsten Morgen wurde ihre Leiche von einem entfernten Verwandten in einem Gebüsch nahe der Haltestelle gefunden. Die Obduktion ergab, dass das Mädchen sexuell missbraucht und erwürgt wurde. Quelle.

Der Fall wurde kürzlich in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ vorgestellt, was zu einer Reihe neuer Hinweise führte. Nach der Sendung erhielt die Polizei einige Anrufe, die sie derzeit auswertet. Die Cold Case-Ermittlungsgruppe der Kölner Polizei hatte den Fall 2023 wieder aufgerollt und bereits mehrere hundert Männer um Speichelproben gebeten, jedoch ohne Erfolg. Die Mordkommission der Kölner Kriminalpolizei sucht weiterhin nach Zeugen, die am 16. Oktober 1991 zwischen 18 und 19 Uhr tatrelevante Beobachtungen gemacht haben. Besonders an der Haltestelle Salmstraße und der Haltestelle Poll-Autobahn könnten wichtige Hinweise liegen.

Neue Entwicklungen im Fall

Die Kölner Kriminalpolizei hatte im Zuge der Ermittlungen auch anonyme Briefe erhalten, die von einer Frau stammten, die behauptete, vom selben Mann vergewaltigt worden zu sein und Informationen über Seckins Mord zu haben. Diese Frau wurde 2011 identifiziert und gab zu, alles erfunden zu haben. Dennoch bleibt der Fall rätselhaft. Hinweise auf den Täter könnten unter anderem verschmutzte Kleidung oder Schuhe sowie Kratzer im Gesicht oder an den Händen umfassen. Es wird vermutet, dass der Täter am Tatabend verspätet zu einer Verabredung oder nach Hause gekommen sein könnte. An der Haltestelle Poll-Autobahn gab es damals eine Baustelle, und am Tatabend fand ein EM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und Wales statt (Endstand 4:1). Die Kölner Polizei bietet eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen.

Der Fall von Seckin Caglar ist nicht der einzige ungeklärte Mordfall in Deutschland. Ähnlich wie beim Fall Hinterkaifeck, bei dem 1922 auf einem Bauernhof in Bayern sechs Bewohner brutal ermordet wurden, bleibt auch dieser Fall über Jahrzehnte hinweg ungelöst. Hinterkaifeck zeigt, wie schnell eine Tat in Vergessenheit geraten kann, wenn die Spur des Täters verwischt ist. Der Fall von Seckin Caglar hingegen ist ein eindringliches Beispiel dafür, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und die Suche nach Gerechtigkeit nicht aufzugeben. Quelle.

Die Kölner Polizei bittet alle, die Informationen haben, sich unter der Telefonnummer 0221 / 22 90 zu melden. Vielleicht kann der Fall endlich gelöst werden, und Seckin Caglar findet die Gerechtigkeit, die ihr zusteht.