In Elsdorf, einer Stadt im Herzen des Rheinischen Reviers, haben Bürgerinnen und Bürger ihre kreativen Ideen zur zukünftigen Gestaltung der Landschaft rund um den künftig entstehenden Hambacher See eingebracht. Dieser See wird aus dem ehemaligen Tagebau Hambach hervorgehen und soll eine weitläufige Seenlandschaft bieten. Ein Workshop, der speziell zur Sammlung von Vorschlägen veranstaltet wurde, fokussierte sich insbesondere auf die Gestaltung von Wegen, Aussichtspunkten und Aufenthaltsorten. Die „Porta Sophia“ in Elsdorf wird dabei als Tor zur neuen Seelandschaft fungieren und ist der zentrale Punkt, von dem aus Rheinwasser in den See gepumpt wird. Erste Bereiche rund um den Hambacher See könnten voraussichtlich ab 2033 für Besucher zugänglich sein, während die vollständige Flutung des Sees für das Jahr 2070 geplant ist. Die Ergebnisse des Workshops werden nun ausgewertet und in die weiteren Planungen für die Seenlandschaft integriert. [Quelle]

Am 13. Februar 2025 wurde ein bedeutender Schritt in der Planung des Hambacher Sees gemacht. Ein Empfehlungsgremium unter dem Vorsitz von Prof. Stephan Lenzen hat den Siegerentwurf für die Gestaltung der neuen Landschaft gekürt. Der Entwurf stammt von Treibhaus Landschaftsarchitektur aus Hamburg und wurde ausgewählt, weil er sowohl räumliche Qualität als auch technische Machbarkeit und langfristige Entwicklungsfähigkeit vereint. Besonders hervorzuheben ist die klare räumliche Gliederung des Entwurfs, die vielseitige Attraktionen bietet und eine flexible Gestaltung für unterschiedliche Wasserstände ermöglicht. Bürgermeister Andreas Heller betonte die Bedeutung des Ortes für den Strukturwandel in der Region. Der Entwurf sieht unter anderem eine Aussichtsterrasse mit Blick auf Wasser in offenen Kaskaden und einen „Wandernden Leuchtturm“ als Landmarke vor, der mit dem steigenden Wasserspiegel nach oben rückt. [Quelle]

Ein Blick auf die Herausforderungen des Strukturwandels

Der Hambacher See und die umliegende Landschaft sind Teil eines umfassenden Strukturwandels im Rheinischen Revier, einer Region, die historisch stark vom Braunkohletagebau geprägt ist. Dieser Wandel bringt nicht nur Veränderungen in der Kulturlandschaft mit sich, sondern beeinflusst auch den Alltag, die Arbeitswelten sowie soziale Strukturen und politische Diskurse. Der beschleunigte Ausstieg aus der Kohleförderung und -verstromung ist eine politische Entscheidung, die am 16. Dezember 2019 einstimmig vom Landschaftsverband Rheinland beschlossen wurde. Unter dem Projekt „geSCHICHTEN Rheinisches Revier“ sollen Kompetenzen in Industriekultur, Erinnerungskultur und Kulturerbe eingebracht werden, um den Strukturwandel als kulturelle Herausforderung zu begreifen. [Quelle]

Das Konzept zielt darauf ab, das kulturelle Erbe der Region zu erschließen, zu bündeln und zu vernetzen. Dabei werden verschiedene Themenschwerpunkte behandelt, unter anderem die Entwicklung von Vermittlungsstrategien und die Erforschung erinnerungskultureller Positionen. Die Zusammenarbeit mit Kommunen, zivilgesellschaftlichen Engagements, Museen und weiteren Initiativen ist essenziell, um die Herausforderungen des Strukturwandels erfolgreich zu bewältigen.

Mit dem Hambacher See und den geplanten landschaftlichen Entwicklungen wird eine neue Ära für Elsdorf und die gesamte Region eingeläutet. Die kommenden Jahre versprechen spannende Veränderungen und eine nachhaltige Neugestaltung der Landschaft, die sowohl den Bedürfnissen der Bevölkerung als auch den Anforderungen einer modernen Umwelt gerecht wird.