AfD übernimmt Wirtschaftsausschuss in Köln – Was nun für die Stadt?
Am 8.11.2025 leitet die AfD den Kölner Wirtschaftsausschuss und verdoppelt ihre Stimmenanteile im Rat. Was das bedeutet?

AfD übernimmt Wirtschaftsausschuss in Köln – Was nun für die Stadt?
Am 8. November 2025 hat die AfD in Köln einen bedeutenden Schritt gemacht und übernimmt für die nächsten fünf Jahre den Vorsitz im neu gegründeten Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung. Dies geschah nur einen Tag nach der ersten konstituierenden Ratssitzung, wie ksta.de berichtet. Es ist das erste Mal, dass die AfD einen Ausschussvorsitz in der Stadt übernimmt, nachdem sie bei der jüngsten Kommunalwahl über neun Prozent der Stimmen erzielte und voraussichtlich acht Sitze im Rat erhalten wird, was eine Verdopplung im Vergleich zur letzten Wahl darstellt, wie die rundschau-online.de ergänzt.
Ein Grund für die Übernahme des Wirtschaftsausschusses könnte sein, dass dieser für andere Fraktionen anscheinend nicht von hoher Priorität war. Die AfD-Fraktion hat nun acht Mitglieder, nachdem sie in einigen Kölner Stadtteilen, wie Chorweiler, Kalk und Mülheim, an Stimmen gewonnen hat. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass der CDU-Fraktionschef Bernd Petelkau bedauert, dass die AfD nun den Vorsitz führt, jedoch sieht er keine andere Möglichkeit. Der Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung war für die CDU und andere Parteien einfach weniger attraktiv, sodass die junge Fraktion der AfD ihre Chance nutzen konnte.
Neue Gesichter im Rat
Die AfD hat bei der Kommunalwahl neue Mitglieder in den Stadtrat entsandt, darunter die bekannten Gesichter wie Stephan Boyens, der als Spitzenkandidat auftritt, sowie Christer Cremer, der als Sprecher fungiert. Matthias Büschges, der sich als OB-Kandidat stellte, hat mit 8,5 Prozent ebenfalls einen gewissen Zuspruch verzeichnen können. Dies stellt eine klare Trendwende dar, die auch von anderen Fraktionen skeptisch betrachtet wird, denn eine Zusammenarbeit mit der AfD bleibt für die meisten ausgeschlossen.
Trotz der beschlossenen Ausschussübernahme gibt es unter Ratsmitgliedern kritische Stimmen zur Bedeutung des Ausschussvorsitzes. Während einige die Macht des Vorsitzenden als überschaubar einstufen, wurde klar, dass die AfD in jedem Ausschuss nun über ein stimmberechtigtes Mitglied verfügt, was vorher nicht der Fall war. Ein Informationsfluss über die genauen Aufgaben des Vorsitzenden, der die Sitzungen einberuft und die Tagesordnung festlegt, ist jetzt wichtiger denn je.
Im Blickpunkt der Zukunft
Das Augenmerk liegt nun darauf, wer letztendlich den Vorsitz übernehmen wird, denn Abgeordnete wie Stefan Boyens, Iris Dworeck-Danielowski und Christer Cremer haben sich als Kandidaten ins Gespräch gebracht. Die Bekanntgabe des neuen Vorsitzenden wird in der kommenden Woche erwartet. Es bleibt abzuwarten, welche „konstruktive Sachpolitik“ die AfD nun im Rat etablieren wird, auch wenn dies angesichts der bisherigen Zugangsbarrieren im politischen Spektrum eine Herausforderung darstellen könnte.
Während die Fraktion der AfD die Gelegenheit nutzt, ihre Agenda zu verfolgen, bleibt die politische Landschaft in Köln dennoch von hitzigen Debatten und Gegenveranstaltungen geprägt. Die kommenden Monate könnten entscheidend dafür sein, wie sich die Rolle der AfD auf dem politischen Parkett der Stadt weiterentwickelt und welche Unterstützung sie von anderen Fraktionen tatsächlich erhalten kann.