Im Herzen von Nippes, zwischen der Leuthenstraße, Roßbachstraße und Neusser Straße, steht ein Spielplatz, der bald besser zugänglich sein wird. In der Nähe der Kapelle „Madonna im Grünen“ bietet dieser Platz bereits zahlreiche Spielgeräte, Liegewiesen und den erholsamen Schatten eines dichten Baumbestands. Doch die Zugänglichkeit über die Neusser Straße wurde bislang als unzureichend empfunden. Der Zugang, der sich zwischen einem Blumenladen und einem Sonnenstudio befindet, wird durch Drängelgitter erschwert, was für viele Familien und Kinder eine Hürde darstellt.
Eine gute Nachricht gibt es jedoch: Die Bezirksvertretung Nippes hat einstimmig einen Antrag von Bündnis 90/Grünen, Linken und Volt beschlossen. Der Plan sieht vor, das Drängelgitter zu erneuern und den Abstand zwischen den Geländern zu vergrößern. Zudem wird der Weg zum Spielplatz instandgesetzt, um Pfützenbildung nach Regen zu vermeiden. Die Arbeiten haben bereits Ende März begonnen und sollen bis Ende April abgeschlossen sein. Der Zugang von der Neusser Straße bleibt während der Bauarbeiten weiterhin möglich, während der Zugang zur Treppenanlage zur Leuthenstraße vorübergehend gesperrt ist.
Barrierefreiheit im Fokus
Inklusion und Barrierefreiheit sind wichtige Aspekte, die beim Umbau des Spielplatzes berücksichtigt werden. Barrierefreie, inklusive Spielplätze sind zwar selten, aber die Planung wird immer wichtiger. Schwierigkeiten bei der Umsetzung entstehen oft durch unklare Richtlinien und begrenzte finanzielle Mittel. Aktion Mensch betont, dass Inklusion mehr bedeutet, als nur Spielgeräte für Kinder mit Behinderungen bereitzustellen. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, der allen Kindern und ihren Familien einen Zugang und Abwechslung bietet.
Die DIN-Normen, insbesondere die DIN 18040-3, stellen Anforderungen für öffentlich zugängliche Spielplätze auf. Diese Norm fordert unter anderem, dass Hauptwege mindestens 1,80 m breit und stufenlos sein müssen, während auch Bewegungsflächen in ausreichenden Abständen bereitgestellt werden sollten. Das Ziel ist eine barrierefreie Zugänglichkeit, die es Kindern und Erwachsenen mit Mobilitätshilfen ermöglicht, den Spielplatz selbstständig zu nutzen.
Neue Normen für Spielplätze
Die Veröffentlichung der überarbeiteten DIN 18034-1 im Oktober 2020 hat die Anforderungen an die Planung, den Bau und den Betrieb von Spielplätzen neu definiert. Inklusion wurde in dieser Norm verankert, um sicherzustellen, dass Spielangebote für alle zugänglich sind. Neben den sicherheitstechnischen Anforderungen, die in der DIN EN 1176 geregelt sind, wird auch die barrierefreie Erreichbarkeit und die vielfältige Ausstattung in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gefordert.
Die laufenden Arbeiten am Spielplatz in Nippes sind ein Schritt in die richtige Richtung. Mit der Erneuerung der Zugänge und der Berücksichtigung der DIN-Normen wird der Spielplatz nicht nur ein Ort des Spielens, sondern auch ein Ort der Begegnung für alle Kinder und deren Familien. Solche Initiativen sind entscheidend, um ein inklusives und gemeinschaftliches Miteinander zu fördern und die Lebensqualität in unserem Stadtteil zu steigern.