In einem bemerkenswerten Vorfall hat Kerem Akar, ein Galerist aus Ehrenfeld, auf einer Mülldeponie in Köln-Niehl Gemälde entdeckt, die als wahre Meisterwerke gelten. Akar war vor Ort, um Restmüll aus seiner Galerie EhrenArt zu entsorgen, als er auf die Kunstwerke stieß. Die Gemälde sind signiert von Ole Fischer, einem international anerkannten Künstler, der am 28. Februar 2005 in Köln verstarb. Fischer, geboren als Hermann Jürgen August Fischer am 14. August 1943 in Remscheid-Lennep, war vor allem für seine Malerei und Lithografie bekannt und hatte in zahlreichen Museen und Galerien weltweit ausgestellt. Akar entschied sich, insgesamt acht Bilder mitzunehmen, die er als zu schade zum Wegwerfen ansah. Der Wert dieser Bilder wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt und Akar plant, sie zur Art Miami 2026 zu überführen.

Das Wiederentdecken solcher Kunstwerke wirft nicht nur Fragen zur Wertschätzung von Kunst auf, sondern auch zur Geschichte des Künstlers selbst. Ole Fischer hatte von 1959 bis zu seiner Rückkehr nach Deutschland 1971/1972 in den USA als Lithograf gearbeitet und war dort für prominente Künstler wie Robert Rauschenberg, Sam Francis und Willem de Kooning tätig. Sein späteres Werk, das sich stark mit abstrakt-expressionistischen Elementen auseinandersetzt, zeigt eine beeindruckende Entwicklung. Fischer arbeitete oft über längere Zeiträume an mehreren Projekten gleichzeitig und war bekannt für seine Schichtungen, Überlagerungen und Collagen.

Eine Hommage an Ole Fischer

Kerem Akar plant, den Fischer-Werken eine spezielle Ecke in seiner nächsten Ausstellung am 6. Dezember zu widmen. Diese Hommage an den Künstler wird die Besucher mit Sicherheit fesseln und ihnen die Möglichkeit geben, die Entwicklung seines Schaffens nachzuvollziehen. Fischer war nicht nur ein talentierter Maler, sondern auch ein hervorragender Lithograf, der von 1977 bis 1983 an der Fachhochschule Köln lehrte. Seine Arbeiten sind geprägt von einer tiefen Auseinandersetzung mit der Lithografie und der amerikanischen Kunstszene, bevor er sich voll und ganz der Malerei widmete. Akar’s Entdeckung auf der Mülldeponie ist also nicht nur ein glücklicher Zufall, sondern auch eine wertvolle Wiederbelebung des Erbes von Ole Fischer.

Kunst und Wertschätzung

Fischer wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt, und sein Werk bleibt ein wichtiger Bestandteil der zeitgenössischen Kunstszene. Die Tatsache, dass Akar diese Gemälde vor dem Müll bewahrt hat, zeigt, wie wichtig es ist, Kunstwerke zu schätzen und zu bewahren, selbst wenn sie in unkonventionellen Umständen gefunden werden. Der Wert der Entdeckung von Akar erstreckt sich über den materiellen Wert der Bilder hinaus; es ist auch eine Wiederbelebung der Erinnerung an einen Künstler, dessen Einfluss bis heute spürbar ist.

In einer Welt, in der Kunst oft als flüchtig betrachtet wird, ist die Wiederentdeckung solcher Werke entscheidend, um das kulturelle Erbe lebendig zu halten. Die bevorstehende Ausstellung im Dezember verspricht nicht nur eine Feier der Kunst, sondern auch eine Möglichkeit für die Kölner Gemeinschaft, sich mit der Geschichte und dem Werk eines der bedeutendsten Künstler der Stadt auseinanderzusetzen. Akar’s Engagement, diese Werke zu präsentieren, ist ein Schritt, der zeigt, dass Kunst immer einen Platz in der Gesellschaft hat, egal wo sie gefunden wird.