Im Herzen von Nippes feiert das jfc-Medienzentrums ein ganz besonderes Jubiläum: 50 Jahre mediale Jugendarbeit! Das Ziel der Einrichtung ist es, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene fit für die Medienwelt zu machen und sie zum eigenen Gestalten zu motivieren. Seit 2023 steht Patricia Gläfcke an der Spitze des jfc-Medienzentrums und ist die Nachfolgerin von Gerda Sieben. In ihrer Rolle legt sie besonderen Wert auf kreatives und kritisches Arbeiten, insbesondere im Umgang mit Risiken wie Fehl- und Desinformationen sowie den berüchtigten „Deep Fakes“.
Die Geschichte des jfc-Medienzentrums reicht bis Ende der 1960er-Jahre zurück, als der Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) den Filmclub ins Leben rief. Offiziell gegründet wurde die Einrichtung im Jahr 1972, mit dem Ziel, das Angebot für alle Jugendlichen zugänglich zu machen, nicht nur für katholische. Am 7. April 1976 erhielt das jfc-Medienzentrum die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe. Anlässlich des Jubiläums wurde im Atrium des Bezirksrathauses Nippes eine Ausstellung mit dem Titel „50 Jahre jfc-Medienzentrum e.V.“ eröffnet, die von rund 80 Gästen besucht wurde. Bezirksbürgermeisterin Diana Siebert hielt ein Grußwort und das jfc-Jugendboard kuratierte die Ausstellung, die Einblicke in die Arbeit des Zentrums über die Jahrzehnte bietet. Zu den Highlights zählen das Videomagazin „Lurens“ aus dem Jahr 1979 und das erste Kölner Kinderfilmfest von 1989.
Technische Entwicklungen und neue Räume
Die letzten Jahrzehnte waren geprägt von rasanten technischen Entwicklungen. In den 1980ern kamen Heimcomputer und Videosysteme auf, gefolgt vom Internet in den 1990ern. Heute stehen dem jfc-Medienzentrum neue Technologien wie soziale Medien, virtuelle Realität und KI zur Verfügung. Im Spätsommer 2021 zog das jfc-Medienzentrum in moderne Räume im Clouth-Quartier in der Seekabelstraße 4 um. Diese neuen Räumlichkeiten bieten nicht nur technische, sondern auch räumliche Möglichkeiten für vielfältige Angebote und Weiterbildungen.
Zur Feier des 50-jährigen Bestehens findet am Freitag, den 8. Mai, von 15 bis 22 Uhr eine Jubiläumsfeier in den neuen Räumen statt. Die begleitende Ausstellung ist bis Freitag, den 15. Mai, im Bezirksrathaus Nippes sowie online auf der Ausstellungs-Website zu sehen. Weitere Informationen finden Sie hier.
Medienkompetenz als Schlüssel zur Gestaltung
In einer Zeit, in der soziale Netzwerke und digitale Medien omnipräsent sind, wird die Förderung von Medienkompetenz immer wichtiger. Ein Beispiel hierfür ist der tragische Großbrand in Flensburg, der zu einer Flut von Smartphone-Videos in sozialen Netzwerken führte und bei vielen Jugendlichen psychologische Hilfe notwendig machte. Marcel Schröder, Referent für Medien und digitale Partizipation, hebt hervor, dass Jugendliche nicht nur Konsumenten, sondern auch Produzenten von Medieninhalten sind. Dies prägt ihre digitale Identität und erfordert eine verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit den Medien.
Umso wichtiger ist es, dass Eltern empathisch auf die Sorgen ihrer Kinder eingehen und nicht mit Sanktionen reagieren. Auch die Anbieter sozialer Netzwerke sind gefordert, mehr Verantwortung zu übernehmen, um Gewaltdarstellungen zu moderieren und die freie Meinungsäußerung nicht zu gefährden. Medienkompetenz sollte frühzeitig gefördert werden, um den jungen Menschen ein medien- und digitalkompetentes Leben zu ermöglichen. Die Notwendigkeit, Schulstrukturen zu überprüfen und projektbasiertes Lernen zu fördern, wird immer deutlicher.
Für weitere Informationen zur Medienkompetenz in der Jugendarbeit können Sie die ausführlichen Analysen und Berichte auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung nachlesen.