Die Kölner Bevölkerung hat sich entschieden: Mit einem Bürgerentscheid stimmten 57,39 Prozent der Wähler für die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Dieses Ergebnis ist das knappste unter den 17 Städten in Nordrhein-Westfalen, die über die Teilnahme an der Olympia-Bewerbung „KölnRheinRuhr“ abgestimmt haben. Über 321.521 gültige Stimmen wurden abgegeben, und das Interesse war groß – mehr als 1,4 Millionen Menschen, etwa ein Drittel der Wahlberechtigten, nahmen an der Abstimmung teil. Ministerpräsident Wüst bezeichnete die Zahl der Abstimmenden als herausragend.
Die höchste Wahlbeteiligung wurde im Bezirk Lindenthal mit 49,35 Prozent verzeichnet, während die niedrigste in Kalk mit 29,29 Prozent lag. Alle Stadtbezirke stimmten mehrheitlich für die Bewerbung, wobei Lindenthal mit 61,38 Prozent die Zustimmung anführte, gefolgt von der Innenstadt mit 59,04 Prozent. Dies zeigt, dass das Thema Olympia in der Kölner Bevölkerung auf großes Interesse stößt.
Die Pläne für Köln
Köln plant, als „Leading City“ ein temporäres Leichtathletikstadion sowie ein Athletendorf zu errichten. Diese Vorhaben sind Teil einer umfassenden Bewerbung, die auch die Austragung diverser Sportarten in der Stadt vorsieht. So sind unter anderem Fußball und Rugby im RheinEnergie-Stadion geplant, während andere Sportarten wie Rudern in Duisburg und Golf in Pulheim stattfinden sollen. Nach den Spielen ist zudem vorgesehen, die neu geschaffenen Infrastrukturen in Wohnraum umzuwandeln, was der Stadt auf lange Sicht zugutekommen soll.
Insgesamt haben in NRW 16 Städte ihre Abstimmungsergebnisse zur Olympia-Bewerbung gemeldet. Während die Mehrheit der Städte eine positive Zustimmung verzeichnen konnte, fiel Herten aus der Bewerbung heraus, da das notwendige Quorum von 15 Prozent nicht erreicht wurde. In Herten sprachen sich zwar über 70 Prozent für die Bewerbung aus, jedoch stimmten lediglich 12,55 Prozent der Abstimmungsberechtigten für die Bewerbung.
Ein Blick auf die Konkurrenz
Köln steht jedoch nicht allein da. Parallel bewerben sich München, Hamburg und Berlin um die Austrichtung der Sommerspiele, was die Konkurrenz um den Zuschlag spannend macht. Kritiker warnen vor möglichen Kostenüberschreitungen, basierend auf Erfahrungen aus vergangenen Olympischen Spielen, beispielsweise in Paris 2024. Die geschätzten Kosten für die Durchführung der Spiele belaufen sich auf etwa 4,8 Milliarden Euro, während die Einnahmen durch Ticketverkäufe und Tourismus auf 5,2 Milliarden Euro geschätzt werden.
Die Stadt Köln wird als zentral für die Olympia-Vision in NRW betrachtet, und die Zustimmung der Bürger lässt darauf hoffen, dass die Pläne in die Realität umgesetzt werden können. Die Vorfreude auf mögliche Olympische Spiele in der Domstadt ist spürbar und die ersten Schritte sind bereits getan.