Die Geschichte von Escom, vormals bekannt als Schmitt Computersysteme GmbH, ist ein faszinierendes Kapitel in der Entwicklung der Computerbranche in Deutschland. Gegründet im Jahr 1983 von Manfred Schmitt in Darmstadt, erlebte das Unternehmen eine rasante Entwicklung, die von innovativen Ansätzen und leider auch von zahlreichen Herausforderungen geprägt war. Die Firma startete mit dem Handel und der Herstellung von Computern und Computerzubehör und konnte sich schnell einen Namen machen.
Die Umfirmierung von Schmitt Computersysteme GmbH zu Escom Computer GmbH erfolgte 1991. Der Name „Escom“ setzt sich aus den Namen der Gründer Karl-Michael Eickmeyer und Manfred Schmitt sowie dem Wort „COM“ für Computer zusammen. Dies war ein strategischer Schritt, der zur Gründung der Escom Computer AG und der späteren Börsennotierung führte. In der Blütezeit, 1995, verzeichnete Escom einen Umsatz von beeindruckenden 2,35 Milliarden DM und hatte einen Marktanteil von 11,2 % im deutschen PC-Markt. Damit war Escom der zweitgrößte PC-Verkäufer nach Vobis.
Expansion und Verkaufskonzepte
Escom betrieb eine Vielzahl an Verkaufsfilialen in Deutschland, darunter Escom Office, Escom Mega Store und Escom Mega Office. Darüber hinaus war das Unternehmen auch in Partnerschaften mit anderen Geschäften tätig, wie beispielsweise ASCARFI und HERTIE, um seine Produkte über das Shop-in-Shop-Konzept zu vertreiben. So fanden sich Escom-Produkte nicht nur in eigenen Läden, sondern auch in großen Einzelhandelsketten.
Die Hauptverwaltung und die Produktion befanden sich in Heppenheim an der Bergstraße, wo das Unternehmen ab 1991 auch Lagerstätten einrichtete. Trotz des anfänglichen Erfolgs hatte Escom mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Fehlentscheidungen, wie der Einkauf von Intel-Pentium-Prozessoren mit 75 MHz, während die Konkurrenz bereits 90 MHz anbot, führten zu hohen Lagerbeständen und letztlich zu erheblichen finanziellen Verlusten.
Insolvenz und Auflösung
Die Probleme kulminierten in der Konkursanmeldung im Sommer 1996, wobei am 15. Juli 1996 der offizielle Konkursantrag eingereicht wurde. Der Grund für die Insolvenz war ein Schuldenberg von rund 180 Millionen DM, der nicht mehr tragbar war. Escom versuchte, sich durch einen Vergleichsantrag zu retten, doch die Bemühungen blieben erfolglos. Teile des Unternehmens wurden zerschlagen und an verschiedene Käufer verkauft. 90 von 110 deutschen Escom-Filialen wurden von Comtech Computersysteme übernommen.
Die endgültige Auflösung von Escom erfolgte am 28. September 2000, und das Unternehmen hinterließ einen Schuldenstand von rund 7 Millionen DM. Es blieben keine Investoren bereit, in das Unternehmen zu investieren und es aus der Krise zu führen. Für viele war dies das Ende einer Ära, in der Escom einmal als einer der führenden Anbieter in der Computerbranche galt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Geschichte von Escom nicht nur die Aufstieg und Fall eines Unternehmens widerspiegelt, sondern auch die Dynamik der Computerindustrie in Deutschland in den 80er und 90er Jahren. Die Entscheidungen, die während dieser Zeit getroffen wurden, haben nicht nur das Schicksal von Escom bestimmt, sondern auch die Entwicklungen in der Branche nachhaltig beeinflusst. Weitere Informationen sind in dieser Quelle sowie hier zu finden.





