Das Weißhaus in Sülz, ein beeindruckendes Wasserschloss mit einer bewegten Geschichte, zieht die Aufmerksamkeit von Geschichtsinteressierten und Neugierigen gleichermaßen an. Ursprünglich als Sommerresidenz für Mönche errichtet, wurde das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört und wiederaufgebaut. Die erste Erwähnung des Weißhauses datiert auf das Jahr 1378, als die Äbte der Benediktinerabtei Sankt Pantaleon die Grundstücke besaßen. Zunächst als Landhaus „Zu dem Wyssenhuys“ bekannt, erlebte das Weißhaus seine erste Zerstörung im Neusser Krieg 1474, gefolgt von einem Wiederaufbau und weiteren Schicksalsschlägen, darunter ein verheerender Brand im Jahr 1584 und eine Überschwemmung im Jahr 1658.

Die heutige Form des Weißhauses wurde ab 1669 unter Abt Aegidius Romanus als Wasserschloss ausgebaut. Das Gebäude, das jetzt über eine Grundstücksfläche von mehr als 20.000 Quadratmetern verfügt, bietet mit seinen 873 Quadratmetern und elf Zimmern zahlreiche Möglichkeiten für Freizeit und Entspannung, darunter ein Schwimmbad und Sporträume. Ein weiteres architektonisches Highlight ist die neugotische Kapelle, die 1849 durch den Kaufmann Johann Adam Jansen in Auftrag gegeben wurde. Diese Kapelle wurde am 10. November 1857 geweiht und besticht durch ihre Temperamalereien und Fenster mit Magnificat-Motiven.

Moderne Zeiten und Eigentümerwechsel

Der aktuelle Eigentümer des Weißhauses ist ein Matratzen-Riese, der das Anwesen 2019 erwarb. Der Verkaufspreis wurde nicht bekannt gegeben, jedoch wurde das Areal zuvor von der Erbengemeinschaft des Ziegel-Unternehmers Heinrich Wolf angeboten, der das Weißhaus-Kino ebenfalls erwarb. Die Stadt Köln lehnte einen Kaufpreis von 8,5 Millionen Euro ab, da sie hohe Folgekosten befürchtete. Die Sicherheit des Geländes wird durch rostrot lackierte, meterhohe Eisenzäune und Stacheldraht gewährleistet, während das Areal mit Videokameras überwacht wird. Allerdings wird der Blick auf das Schloss durch Überwucherung mit Efeu stark eingeschränkt.

In der Umgebung des Weißhauses, das sich in der Luxemburger Straße 201, 50939 Köln-Sülz befindet, erstreckt sich ein parkähnlicher Garten, der allerdings öffentlich nicht zugänglich ist. Eine massive Mauer umschließt das Gelände und sorgt für Privatsphäre. Das Weißhaus ist ein Beispiel für die beeindruckende Bauweise von Wasserschlössern, die im Mittelalter erbaut wurden und durch Wassergräben vor unbefugtem Zugang geschützt waren.

Ein Blick auf die Geschichte der Wasserschlösser

Wasserschlösser wie das Weißhaus sind nicht nur architektonische Meisterwerke, sondern auch wichtige Zeitzeugen der Geschichte. In Deutschland gibt es schätzungsweise 325 Wasserburgen, die bis heute erhalten sind und die Geschichte des Mittelalters widerspiegeln. Diese Bauwerke sind oft von Wassergräben umgeben, die als Schutz dienten, und viele, wie das Weißhaus, haben im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Renovierungen und Anpassungen erfahren.

Für Liebhaber von historischen Bauwerken ist das Weißhaus in Köln-Sülz ein faszinierendes Ziel. Es kombiniert Geschichte, Architektur und die Geschichten der Menschen, die sich in seinen Mauern aufgehalten haben. Wer mehr über das Weißhaus erfahren möchte, findet detaillierte Informationen in den Quellen, die sich mit der Geschichte und dem aktuellen Zustand dieses einzigartigen Wasserschlosses befassen. Mehr dazu finden Sie hier und hier.

Das Weißhaus ist mehr als nur ein Gebäude; es ist ein Teil der kölnischen Geschichte, das seine Besucher sowohl in die Vergangenheit als auch in die Gegenwart mitnimmt.