Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und für viele bedeutet das nicht nur festliche Stimmung, sondern auch eine Zeit voller Stress und Anspannung. Insbesondere Menschen mit chronischen Schmerzen müssen in dieser Zeit besonders auf sich achten. Wie die Kreis-Anzeiger berichtet, kann Stress die Schmerzen bei Betroffenen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen verstärken. Martina Janning, Coachin für Rheuma-Betroffene, erklärt, dass Stress und Schmerz sich gegenseitig beeinflussen und verstärken können. Chronische Schmerzen sind für die Betroffenen wie ein Daueralarmzustand im Körper, was bedeutet, dass zusätzlicher Stress die Beschwerden intensiver wahrgenommen werden.
Die stressige Phase beginnt bereits im Advent und erreicht ihren Höhepunkt an Heiligabend, wobei der Druck bis Silvester weiter zunehmen kann. Umso wichtiger ist es, nach den Feiertagen eine Auszeit zu nehmen, um sich zu erholen. Erste Warnsignale für Stress sind Missempfindungen, innere Unruhe und Gereiztheit. Janning empfiehlt, Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, auch wenn die Feiertage oft durchgetaktet sind. Kleine Rückzugsorte wie Toiletten oder ein kurzer Spaziergang können in stressigen Momenten Wunder wirken.
Tipps zur Stressbewältigung in der Weihnachtszeit
Um den Weihnachtsstress zu bewältigen, gibt es verschiedene Übungen und Tipps. Janning schlägt drei SOS-Übungen vor:
- Fünf-Sinne-Achtsamkeitsübung (5-4-3-2-1-Methode).
- Schmetterlingsumarmung (abwechselndes Klopfen auf die gegenüberliegende Schulter).
- Atemübung (kurzes Anhalten des Atems und langsames Ausatmen).
Außerdem sollten Angehörige in den Prozess einbezogen werden, um gemeinsam Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Offene Kommunikation über individuelle Bedürfnisse und Ruhepausen ist das A und O. Rückzug ist auch bei bereits geplanten Terminen erlaubt; niemand muss sich gezwungen fühlen, an jedem Treffen teilzunehmen. Eine gute Planung und eine frühzeitige Aufgabenliste können helfen, dem Weihnachtsstress vorzubeugen. Die eigenen Erwartungen an die Feiertage sollten realistisch sein – Perfektion ist nicht notwendig.
Die Vorweihnachtszeit ist oft geprägt von vielen Terminen wie Weihnachtsfeiern und Proben. Laut einer Studie der Universität der Bundeswehr München empfinden 25% der Befragten Weihnachten als sehr stressig. Prof. Dr. Christian Roesler erklärt, dass Weihnachten oft mit starken Idealisierungen und Sehnsüchten nach Harmonie und Glück verbunden ist. Dies wird durch Werbung und soziale Medien verstärkt, was den Druck erhöht, eine perfekte Weihnachtszeit zu erleben. Eine Umfrage von Statista zeigt zudem, dass 24% der Befragten an Weihnachten immer oder gelegentlich Streit haben, häufig mit Partnern oder Eltern.
Entspannungstechniken für die Feiertage
Zur Stressbewältigung empfiehlt es sich, regelmäßig Entspannungstechniken anzuwenden. Eine einfache Atemübung kann in 5 bis 10 Minuten durchgeführt werden. Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl, ohne sich anzulehnen, und platzieren Sie die Hände im Schoß. Schließen Sie die Augen oder senken Sie den Blick. Atmen Sie langsam und ruhig, und konzentrieren Sie sich auf die Empfindungen in Ihrem Körper. Diese Übung kann helfen, den Stress zu reduzieren und das Abschalten zu erleichtern, besonders in der hektischen Weihnachtszeit. Regelmäßige Wiederholung wird empfohlen, um die positiven Effekte zu verstärken.
Insgesamt ist es wichtig, die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden in der Weihnachtszeit nicht aus den Augen zu verlieren. Mit der richtigen Planung, offenen Kommunikation und kleinen Rückzugsmöglichkeiten kann die Weihnachtszeit für alle zu einem angenehmen Erlebnis werden.