Am 6. März 2026 ist es soweit: Die Kölner Bürgerinnen und Bürger stehen vor einer wichtigen Entscheidung. In den kommenden Wochen wird die Stadt Köln aktiv auf die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 hinarbeiten. Der Ratsbürgerentscheid, der bis zum 19. April 2026 stattfindet, gibt den Bürgern die Möglichkeit, über die Teilnahme an dieser großangelegten Bewerbung abzustimmen. Dies ist ein bedeutender Moment für Köln, nicht nur um sportliche Großveranstaltungen in die Stadt zu holen, sondern auch um einen Impuls für die Stadtentwicklung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen.
Der Hintergrund dieser Bewerbung ist eng mit der Geschichte Kölns verknüpft. 2026 jährt sich der 150. Geburtstag von Konrad Adenauer, der bereits in den 1920er Jahren eine Bewerbung Kölns um Olympische Spiele angestoßen hat. Um diese historische Verbindung gebührend zu würdigen, wird auch eine Podiumsdiskussion veranstaltet, die sich mit den Chancen, Herausforderungen und Perspektiven der Spiele in Köln auseinandersetzt. Unter anderem werden Dr. Ulrich Fischer, Leiter des Historischen Archivs, Sven Stolz, Leiter des Sportamts, und die Paralympionikin Lisa Bergenthal an der Diskussion teilnehmen. Moderiert wird das Ganze von Lucas Wachten, und im Anschluss daran gibt es einen kleinen Umtrunk, um den Austausch unter den Teilnehmenden zu fördern (Quelle).
Olympische Träume in Nordrhein-Westfalen
Die Bewerbung um die Spiele ist nicht nur ein Kölner, sondern ein regionales Projekt. Nordrhein-Westfalen plant, Köln als „Leading City“ in die Bewerbung einzubringen. Die „KölnRheinRuhr-Kampagne“ zielt darauf ab, Sportler aus aller Welt an Rhein und Ruhr zu bringen. Unterstützt wird die Initiative von prominenten Sportlerinnen wie Britta Heidemann, die als Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Degenfechten bekannt ist. Die Kampagne trägt das Motto „Unsere Städte. Unsere Spiele“ und steht unter dem Zeichen des Zusammenhalts der 17 beteiligten Städte, zu denen unter anderem Aachen, Bochum und Düsseldorf gehören (Quelle).
In Köln sind insgesamt elf olympische und sieben paralympische Sportarten geplant. Zu den olympischen Wettbewerben zählen Leichtathletik, Fußball, Tennis und Radsport, während die paralympischen Wettbewerbe unter anderem Para Bogenschießen und Rollstuhlbasketball umfassen. Geplant sind zudem die Errichtung eines temporären Olympiastadions sowie eines olympischen Dorfes, das nach den Spielen als Stadtquartier genutzt werden soll. Die Stadt verfügt bereits über eine gute sportliche Infrastruktur, darunter das Rheinenergie-Stadion und die Lanxess-Arena (Quelle).
Der Weg zur Abstimmung
Die Abstimmung zum Ratsbürgerentscheid wird am 19. April 2026 stattfinden und erfolgt über eine einfache Ja-/Nein-Frage zur Beteiligung an der Bewerbung der Region Rhein/Ruhr. Alle EU-Bürger ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten in einer der teilnehmenden Gemeinden wohnen, sind stimmberechtigt. Die Abstimmung wird ausschließlich per Brief durchgeführt, und es gelten Mindestbeteiligungserfordernisse, um ein bindendes Ergebnis zu erzielen. In Städten mit über 100.000 Einwohnern muss ein Quorum von 10 Prozent erreicht werden (Quelle).
Diese Bewerbung könnte für Köln nicht nur eine sportliche, sondern auch eine gesellschaftliche Wende bedeuten. Sie hat das Potenzial, Menschen zusammenzubringen, den Sport zu fördern und neue Impulse für die Stadtentwicklung zu setzen. Köln könnte sich somit als ein Ort präsentieren, der sowohl sportliche Exzellenz als auch kulturelle Vielfalt vereint. Auf die Kölner kommt also eine spannende Zeit zu, in der sie entscheiden können, ob sie Teil dieses großen Traums werden möchten.