Die Stadtteile Kalk und Höhenberg in Köln standen am 25. Februar im Fokus einer umfassenden Kontrolle, die von verschiedenen Behörden durchgeführt wurde. Ziel der Aktion war die Bekämpfung von Straßen- und Clankriminalität sowie die Überprüfung gewerberechtlicher und baurechtlicher Vorgaben. Die Aktion involvierte die Polizei, das Ausländeramt, die Lebensmittelüberwachung, das Hauptzollamt, den städtischen Ordnungsdienst, die Bauaufsicht, die Kämmerei und die Gewerbeaufsicht. Rund 130 Personen wurden überprüft, was zu einer Reihe von Maßnahmen führte, darunter Identitätsfeststellungen und Festnahmen.
Die Ergebnisse dieser Einsätze waren vielfältig. Es wurden neun Strafverfahren und 13 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, eine Person wurde festgenommen und diverse Sicherstellungen sowie Objektversiegelungen vorgenommen. Besonders auffällig war die Entdeckung in einer Sportsbar, wo 35 illegale Spielgeräte in Stromkästen versteckt waren. Diese Geräte sowie Bargeld wurden sichergestellt und das Objekt versiegelt. Zusätzlich mussten ein Kiosk und eine Bar aufgrund massiver Verstöße geschlossen werden. In einem weiteren Fall wurde eine versteckte Wohnung im Keller eines Objekts entdeckt, wo ein illegales Friseurgewerbe betrieben wurde, was zur Schließung des Gebäudes aus baurechtlichen Gründen führte.
Entdeckungen und Festnahmen
Die Kontrolle offenbarte auch den illegalen Verkauf von E-Zigaretten (Vapes) an Minderjährige durch Testkäufe. In mehreren Objekten wurden verkaufsfertige Betäubungsmittel wie Cannabis und Kokain sowie ein sichergestelltes Pfefferspray entdeckt. Ein Mann ohne gültigen Aufenthaltsstatus wurde ebenfalls festgenommen. Darüber hinaus vollstreckte die städtische Kämmerei offene Forderungen in Höhe von rund 8000 Euro, wobei zwei Fahrzeuge gepfändet wurden. Diese Aktion ist Teil einer größeren Strategie zur Bekämpfung der Clankriminalität, die die Behörden zunehmend unter Druck setzt.
Wie die Behörden berichten, klagen Beamte über fehlendes Personal und oberflächliche Ermittlungen, während die Straftaten von kriminellen Familienclans zunehmen. Im Jahr 2023 wurden in Nordrhein-Westfalen 7.000 Straftaten dem Clanmilieu zugeordnet. Innenminister Herbert Reul führt über 400 Razzien pro Jahr durch, oft in Shisha-Bars und Wettbüros. Trotz dieser Maßnahmen stieg die Zahl der Straftaten von 5.500 auf 7.000 innerhalb von drei Jahren. Christina Kampmann von der SPD fordert tiefere Ermittlungen in die Clans hinein, während die 2023 ins Leben gerufene „Allianz gegen Clankriminalität“ dazu dient, Kräfte von Bund und Ländern zu bündeln.
Rückgang der Tumultlagen
Interessanterweise bewertet das Innenministerium den Rückgang der Tumultlagen, die im Zusammenhang mit Clankriminalität stehen, als positiv. Im Jahr 2023 gab es lediglich eine Tumultlage, während es 2019 noch zwölf waren. Die Polizei war 2024 mit 82 Ermittlungsverfahren im Bereich der organisierten Kriminalität beschäftigt, was neun mehr als im Vorjahr bedeutet. Sechs dieser Verfahren betrafen Gruppierungen, die von türkisch-arabischstämmigen Großfamilien dominiert werden. Insgesamt führt die Liste der Tatverdächtigen 118 Familiennamen, wobei die Mehrheit „ungeklärte“ Nationalitäten aufweist.
Die Entdeckungen und Maßnahmen in Köln sind ein Teil der kontinuierlichen Bemühungen der Behörden, die Clankriminalität zu bekämpfen und die Sicherheit in den Stadtteilen zu erhöhen. Weitere Razzien und Kontrollen werden sicherlich folgen, um die Kriminalität einzudämmen und das Vertrauen der Bürger in die Sicherheitskräfte zu stärken. Für mehr Informationen zur Kontrolle in Köln und den Ergebnissen dieser Einsätze können Sie die vollständigen Details in dem Artikel auf Rheinische Anzeigenblätter nachlesen.