In Köln, genauer gesagt in Höhenberg, hat eine neue Geschwindigkeitsmessanlage an der Bundesstraße 55a hinter dem Kalker Tunnel seit Mitte August 2025 ihren Dienst aufgenommen. Diese Anlage, die in Fahrtrichtung stadtauswärts/Kreuz Köln-Ost rechts neben der Fahrbahn steht, hat bis Ende Januar 2026 bereits 30.779 Geschwindigkeitsverstöße registriert. Ein beachtlicher Wert, der zeigt, wie häufig Autofahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h überschreiten.
Besonders auffällig ist der schwerste Tempoverstoß, bei dem ein Autofahrer mit einer Geschwindigkeit von 197 km/h geblitzt wurde. Für diesen Verstoß muss er mit einem Bußgeld von 700 Euro, einem Fahrverbot von drei Monaten und zwei Punkten in Flensburg rechnen. In den ersten zwei Wochen nach Inbetriebnahme wurden im Schnitt 278 Verstöße pro Tag erfasst. Doch die Zahlen variieren: Im September wurden 8020 Verstöße dokumentiert, was einem Durchschnitt von 267 pro Tag entspricht. Im Oktober und November sank diese Zahl auf 203 bzw. 143 Verstöße pro Tag, während im Dezember 144 und im Januar 3499 Verstöße (im Schnitt 113 pro Tag) verzeichnet wurden. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen auf deutschen Straßen, trotz bestehender Bußgelder und Punkte in Flensburg, ein häufiges Phänomen sind.
Technik hinter den Messungen
Die Geschwindigkeitsmessanlage in Höhenberg nutzt ein System, das mit einer Brennstoffzelle betrieben wird und keine externe Stromversorgung benötigt. Solche Anlagen sind mittlerweile in verschiedenen Varianten im Einsatz. So wurden beispielsweise im Dezember 2025 weitere Geräte an der A4 am Eifeltor und im Februar 2026 an der Zoobrücke installiert. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt hat das Modell zugelassen, was für die Zuverlässigkeit der Messungen spricht.
In Deutschland kommen verschiedene Messverfahren zum Einsatz, darunter Radar, Laser und Induktionsschleifen. Bei der Radarmessung wird der Doppler-Effekt genutzt, um die Geschwindigkeit von Fahrzeugen zu berechnen. Lasermessungen, die eine neuere Technik darstellen, können sowohl stationär als auch mobil eingesetzt werden. Auch die Nutzung von Lichtschranken und Helligkeitssensoren ist mittlerweile weit verbreitet. Jedes dieser Verfahren muss jedoch technisch geprüft und zugelassen werden, um die Validität der Messungen zu gewährleisten. Fehlerhafte Messungen können dazu führen, dass Bußgeldbescheide ungültig sind und angefochten werden können.
Regeln und Richtlinien
Die Festlegung von Tempolimits dient der Verkehrssicherheit und ist in entsprechenden Richtlinien geregelt. Es ist erlaubt, bei unterschiedlichen Wetterbedingungen wie Regen oder Glatteis Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen, ohne dass ein sichtbarer Blitz notwendig ist. Auch in Kurven können Messungen erfolgen. In Deutschland sind die Bundesländer für die Geschwindigkeitsüberwachung zuständig und haben jeweils eigene Richtlinien. Dabei müssen Mindestabstände zwischen Schild und Messanlage in der Regel 150 bis 200 Meter eingehalten werden. Private Unternehmen dürfen nur eingeschränkt bei Geschwindigkeitsmessungen helfen.
Die Nutzung von Radarwarnern oder Laser-Störern ist illegal und kann mit Strafen geahndet werden. Zudem werden Toleranzwerte von gemessenen Geschwindigkeiten abgezogen, um potenzielle Fehler zu kompensieren. Diese Toleranzabzüge variieren je nach Geschwindigkeit: bis 100 km/h sind es 3 km/h, während bei Geschwindigkeiten über 100 km/h 3% der gemessenen Geschwindigkeit abgezogen werden.
Die Zahlen und Techniken rund um die Geschwindigkeitsmessungen in Köln machen deutlich, dass die Verkehrssicherheit eine wichtige Rolle spielt. Es bleibt zu hoffen, dass die neuen Anlagen helfen, die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße zu reduzieren und so zur Sicherheit auf unseren Straßen beizutragen.
Für weitere Informationen zu den Geschwindigkeitsmessungen und den rechtlichen Rahmenbedingungen können Sie die Artikel auf Rundschau Online, Bußgeldinfo und ADAC nachlesen.