Die Stadt Köln steht vor einer bedeutenden Herausforderung: Die Eisenbahnüberführungen an der Venloer, Vogelsanger, Zülpicher und Luxemburger Straße sollen ab 2028 abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Diese Brücken, die am Kölner Eisenbahnring zwischen Bahnhof West und Bahnhof Süd liegen, sind in einem sehr schlechten Zustand und ihre Lebensdauer ist abgelaufen, trotz des bestehenden Denkmalschutzes. Die Deutsche Bahn (DB) hat die Notwendigkeit des Abrisses betont, und das Planfeststellungsverfahren für die Brücken an der Venloer und Vogelsanger Straße ist bereits abgeschlossen. Bei den Brücken an der Zülpicher und Luxemburger Straße hingegen läuft das Verfahren derzeit, wobei die Stadt Köln die Möglichkeit hat, Einwände und Forderungen geltend zu machen. Diese Informationen stammen aus einem Artikel der Rundschau.
Die Brücken an der Zülpicher und Luxemburger Straße wurden um 1887 errichtet und 1909/10 erweitert. Sie bestehen aus gebogenen Stahlüberbauten und massiven Widerlagern. Die Stadt Köln fordert, dass die lichte Höhe der Neubauten auf 4,50 Meter erhöht wird. Zudem soll nach dem Neubau der Brücke an der Luxemburger Straße ein Mittelbahnsteig für die Stadtbahnlinie 18 eingerichtet werden, was eine neue Straßenraumaufteilung zur Folge haben wird. Die Bauzeit ist voraussichtlich von 2027 bis 2030 angesetzt, wobei die Kernbauzeit zwischen Juli 2028 und November 2029 liegt. Während dieser Zeit ist mit einer kompletten Sperrung der Strecke zwischen Hauptbahnhof und Bahnhof Süd zu rechnen, was insbesondere die Verbindungen nach Bonn und Eifel betrifft.
Verkehrseinschränkungen und Schallschutzmaßnahmen
Während der Bauarbeiten wird es zu erheblichen Verkehrseinschränkungen und zeitweisen Vollsperrungen der Luxemburger und Zülpicher Straße kommen, allerdings nicht gleichzeitig. Der Fuß- und Radverkehr soll möglichst aufrechterhalten werden, während der Kfz-Verkehr durch Schutztunnel während der Bauarbeiten geleitet werden kann. Ein Umleitungskonzept wird von der Bahn geplant, um die Verkehrsströme bestmöglich zu lenken. Außerdem werden an der Luxemburger Straße neue Schallschutzwände mit einer Höhe von sechs Metern installiert, um die Lärmbelastung für die Anwohner zu reduzieren. Güterzuggleise werden ebenfalls angehoben, um die Schallschutzmaßnahmen zu verbessern.
Die Planung zur Erneuerung der Eisenbahnüberführungen an der Zülpicher und Luxemburger Straße schreitet voran. Die Planungen liegen seit dem 01. September 2025 beim Eisenbahnbundesamt zur Genehmigung im Planfeststellungsverfahren. Die Offenlage der Planungen wird vom 04. Dezember 2025 bis zum 05. Januar 2026 öffentlich zur Einsichtnahme angeboten, und Betroffene können bis einschließlich 05. Februar 2026 Einwendungen gegen den Plan erheben. Diese Informationen stammen aus dem Bahnknoten Köln.
Politische Diskussionen und Widerstand
In der politischen Landschaft Kölns gibt es Widerstand gegen den Abriss der historischen Eisenbahnbrücken. Der Kölner Stadtrat plant einen Dringlichkeitsbeschluss zum Abriss der Brücken an der Venloer und Vogelsanger Straße, wobei die Stadt bereit ist, 95 Millionen Euro in Vorleistung zu gehen. Vor drei Jahren wurde dem Abriss der denkmalgeschützten Bahnbrücke über die Deutz-Mülheimer Straße nur unter der Bedingung zugestimmt, dass alle linksrheinischen, denkmalgeschützten Brücken erhalten bleiben. Der aktuelle Dringlichkeitsbeschluss könnte diese Vereinbarung außer Kraft setzen und damit zu neuen politischen Diskussionen führen. Die DB argumentiert, dass die Dringlichkeit notwendig sei, um die Beschlussfassung vor der Kommunalwahl zu ermöglichen, während einige Politiker, wie Roland Schüler von den Grünen und Andreas Hupke, Bedenken äußern und eine Überprüfung der Sanierungsoptionen fordern.
Insgesamt stehen die Kölner vor einem spannenden, aber auch herausfordernden Umbauprojekt, das nicht nur die Infrastruktur der Stadt betrifft, sondern auch Fragen des Denkmalschutzes und der Stadtentwicklung aufwirft. Die Diskussionen über die Zukunft dieser historischen Brücken werden sicherlich auch in den kommenden Monaten weiter an Intensität gewinnen, während die Stadt an der Erneuerung ihrer Verkehrsinfrastruktur arbeitet.