In Köln sorgt die Sperrung des Gulliver-Tunnels für Unruhe im Verkehr. Seit dem 13. Februar 2026 ist dieser wichtige Verkehrsweg aufgrund von Schäden im Gewölbe nicht mehr passierbar. Dabei handelt es sich um Schäden, die auf Bombenschäden aus dem Jahr 1955 zurückzuführen sind. Die Stadt Köln hat bisher keine Schilder zur Sperrung aufgestellt, was die Situation für Autofahrer zusätzlich erschwert. ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold warnt vor einem möglichen Stauchaos, sollten nicht schnellstmöglich Maßnahmen ergriffen werden.
Die Verkehrsprobleme haben sich insbesondere bei Veranstaltungen in der Philharmonie verschärft. Autofahrer müssen seit der Sperrung der Trankgasse für den Durchgangsverkehr auf die einseitige Abflussmöglichkeit ausweichen, um in Richtung Rheinuferstraße zu gelangen. Die Umleitung zur Zoobrücke ist aufgrund der Sperrung des Gulliver-Tunnels ebenfalls nicht möglich. Zudem ist eine alternative Route durch die Altstadt zur Augustinerstraße durch laufende Baustellen problematisch.
Politische Uneinigkeit über Trankgasse
Die Stadt Köln hat bereits einen Gutachter für die Instandsetzungsplanung der Schäden im Gulliver-Tunnel beauftragt. Aktuell ist unklar, wie lange die Reparaturen dauern werden; eine Schätzung besagt, dass mit mindestens drei Monaten gerechnet werden muss. Parallel zur Sanierung des Gulliver-Tunnels laufen auch Arbeiten am Domsockel auf der Nordwestseite der Kathedrale, bei der Teile der Domplatte abgebrochen werden. Diese Tiefgarage stammt aus dem Jahr 1971, und Mängel wurden festgestellt. Die Sanierung ist bis zum Sommer 2026 geplant.
In der politischen Landschaft ist die Wiederöffnung der Trankgasse für den Autoverkehr umstritten. Während CDU, SPD und FDP/KSG eine Befürwortung aussprechen, lehnen die Grünen und Volt eine Öffnung ab. Die Linke fordert, dass eine Öffnung nur bei unabweisbarem Bedarf erfolgen soll.
Baustellen und Verkehrseinschränkungen
Köln ist derzeit von mehreren Baustellen betroffen, die den Verkehr weiter beeinträchtigen. Neben der Sperrung des Gulliver-Tunnels gibt es auch Baustellen in der Altstadt/Nord und in Porz, die zu Einschränkungen führen. Beispielsweise begann am 3. März 2026 die Modernisierung der Ampelanlage an der Kreuzung Bahnhofstraße/Friedrichstraße/Schillerstraße in Porz, die bis Ende Mai 2026 andauern soll.
Diese Baustellen sind Teil eines Trends in Deutschland, der steigende Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur erfordert. Der Bundesverkehrswegeplan 2016-2030 sieht 13 Milliarden Euro für die Brückeninstandhaltung vor, und der Bundeshaushaltsentwurf 2026 legt den Fokus auf den Erhalt und die Sanierung bestehender Verkehrswege. Die Problematik wird durch einen Investitionsrückstand verstärkt, der von 25 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf 53 Milliarden Euro im Jahr 2024 gestiegen ist.
Die Notwendigkeit einer jährlichen Aufstockung der Investitionen wird immer deutlicher, vor allem angesichts der steigenden Baupreise. Immer weniger Kommunen können den Unterhalt ihrer Verkehrsinfrastruktur gewährleisten, und nur 29% der Kommunen berichteten, dass sie in den letzten fünf Jahren in der Lage waren, diesen Bedarf zu decken. Der Investitionsbedarf in der kommunalen Verkehrsinfrastruktur wird bis 2023 auf 347 Milliarden Euro geschätzt.
Es bleibt abzuwarten, wie die Stadt Köln mit den aktuellen Herausforderungen umgehen wird und welche Schritte zur Verbesserung der Verkehrssituation unternommen werden. Die Situation ist angespannt, und die Bevölkerung hofft auf baldige Lösungen.
Für weitere Informationen zu den Baustellen und Verkehrseinschränkungen in Köln können Interessierte die Webseite hier besuchen, sowie die Übersicht auf dieser Seite einsehen.