Am Barbarossaplatz in Köln wird eine neue Verkehrssicherheitskampagne gestartet, die auf eine sehr emotionale Art und Weise auf die Gefahren von Rotlichtverstößen aufmerksam machen soll. Verkehrsdezernent Ascan Egerer und Michael Lindlar von der Polizei sprühen den Slogan „Jemand liebt dich. Bleib stehen bei Rot!“ in neon-gelber Farbe auf den Asphalt. Ein großes rotes Herz ziert das Bodenpiktogramm, das aus abbaubarer Sprühkreide besteht. Diese kreative Aktion hat das Ziel, die Verkehrsteilnehmenden zu sensibilisieren, bei Rot stehenzubleiben und damit Leben zu retten. Bis September 2023 waren in Köln bereits 72 Rotlichtverstöße mit schweren Folgen registriert worden.

Egerer betont, dass die Kampagne nicht nur die Regel selbst, sondern auch die emotionalen Konsequenzen des Handelns thematisieren möchte. Besonders gefährdet sind Fußgänger, Radfahrer und E-Scooter-Fahrer, wie Lindlar hervorhebt. Die Kampagne wird ab dem 11. November 2023 im gesamten Stadtgebiet sichtbar sein, wobei der Slogan an ausgewählten Kreuzungen auf den Boden gemalt und auf Variotafeln sowie großen Plakaten präsentiert wird.

Hohe Anzahl an Rotlichtverstößen in Köln

Die Verkehrssicherheit in Köln steht dringend auf der Agenda, wie eine aktuelle Erhebung des ADAC zeigt. Während eines vierstündigen Testzeitraums an vier Kreuzungen wurden in Köln 449 Rotlichtverstöße registriert. Untersucht wurden dabei Fußgänger, Radfahrer, E-Scooter-Nutzer und Kfz-Fahrer. Die Zahlen sind alarmierend: 3,6% der 12.392 Verkehrsteilnehmer in Köln verstießen gegen das Rotlicht. Besonders häufig kam es bei Fußgängern zu Verstößen – 240 von 2884 Fußgängern überquerten bei Rot, was 8,3% entspricht.

Die Statistiken sind nicht nur ein Aufruf zum Handeln, sondern auch eine Mahnung. 2023 verunglückten in Köln 320 Verkehrsteilnehmer aufgrund von Rotlichtverstößen, darunter 91 Radfahrer und 65 Fußgänger. Fünf Todesfälle, darunter drei Fußgänger, und 47 Schwerverletzte sind die traurige Bilanz. Die Bußgelder für Verstöße in Köln summieren sich auf potenzielle 24.910 Euro, einschließlich 246 Punkte in Flensburg und 37 einmonatige Fahrverbote.

Empfehlungen und Ausblick

Die Kampagne und die erhobenen Daten verdeutlichen den Handlungsbedarf. Der ADAC empfiehlt, die Verkehrsregeln einzuhalten und gegenseitige Rücksichtnahme zu üben. Zudem wird vorgeschlagen, die Ampelschaltungen zu überprüfen und bei hohem Kfz-Aufkommen Ampelblitzer zu installieren. Auch stärkere Ampelkontrollen durch die Polizei sind notwendig, um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen. Hintergrundinformationen zeigen, dass 327.230 Rotlichtverstöße in Deutschland im Jahr 2023 verzeichnet wurden, was zu etwa 10.000 Verletzten oder Toten führte.

Insgesamt zeigt die neue Kampagne in Köln nicht nur die rechtlichen, sondern vor allem die emotionalen Konsequenzen von Rotlichtverstößen auf. Es gilt, das Bewusstsein für die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmenden zu schärfen und sich an die Regeln zu halten, um tragische Unfälle zu vermeiden. Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie in der ausführlichen Berichterstattung der Rundschau sowie in der ADAC-Pressemitteilung.