Am Samstag, den 25. März 2026, wird die Kölner Innenstadt zum Schauplatz einer wichtigen Demonstration unter dem Motto „Gegen Patriarchale Gewalt“. Organisiert wurde die Veranstaltung von einer Privatperson, und es werden bis zu 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Die Demonstration beginnt um 13 Uhr mit einer Kundgebung am Rudolfplatz und führt über die Kölner Ringe bis zum Hans-Böckler-Platz, wo eine Abschlusskundgebung stattfinden wird. Es ist mit Verkehrseinschränkungen während des gesamten Prozesses zu rechnen, doch die Polizei Köln hat sich zum Ziel gesetzt, diese so gering wie möglich zu halten (WDR).
Der Anlass für diese Demonstration sind die schweren Vorwürfe, die die Moderatorin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, erhoben hat. Diese Vorwürfe, die zuerst vom „Spiegel“ berichtet wurden, haben eine breite Debatte über digitale sexuelle Gewalt entfacht und führten dazu, dass in vielen Städten Deutschlands Proteste gegen diese Form von Gewalt organisiert werden. Fernandes hat auf Mallorca Anzeige erstattet, und der Fall befindet sich derzeit in einem „sehr frühen und vertraulichen Stadium“. Ein Justizsprecher auf Mallorca bestätigte die Anzeige am 19. März. Ulmen und sein Anwalt Christian Schertz haben sich jedoch gegen die Berichterstattung gewehrt und bezeichneten diese als „unzulässige Verdachtsberichterstattung“ (T-Online).
Bundesweite Protestwelle
Die Demonstration in Köln ist Teil einer bundesweiten Bewegung gegen digitale Gewalt gegen Frauen. Für das kommende Wochenende sind alleine laut Feminist Fight Club ein Dutzend weitere Demonstrationen geplant. So protestierten bereits am Mittwochabend Tausende in Hannover, während für Donnerstagabend in Hamburg bis zu 7.500 Teilnehmer erwartet werden. Auch in Berlin gingen am vergangenen Sonntag zahlreiche Menschen auf die Straße – die Polizei sprach von 6.700 Teilnehmern, die Veranstalter von bis zu 13.000. Diese Proteste sind eine direkte Reaktion auf die Vorwürfe gegen Ulmen und haben Diskussionen über den Umgang mit digitaler Gewalt und die Problematik von Deepfakes angestoßen (taz).
In Hannover wurde beispielsweise das Neue Rathaus orange angestrahlt, um Solidarität mit den Opfern sexualisierter Gewalt zu zeigen. Die ehemalige Parteivorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, war eine der prominenten Rednerinnen, die gesetzliche Änderungen forderte. Auch die Hamburger Kundgebung, die bis 19 Uhr dauern soll, wird von Sicherheitsbedenken überschattet, da Collien Fernandes aufgrund von Morddrohungen nicht teilnehmen kann.
Mit der bevorstehenden Demonstration in Köln wird deutlich, dass das Thema digitale Gewalt nicht nur lokal, sondern auch bundesweit an Bedeutung gewinnt. Der Vorfall rund um Collien Fernandes hat eine Welle von Solidarität und Protesten ausgelöst, die auf die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema hinweist.





