Der Kölner Hauptbahnhof steht vor einer umfassenden technischen Umstellung, die ab dem 14. November für zehn Tage den Zugverkehr weitgehend einstellen wird. Diese Maßnahme ist erforderlich, um ein neues elektronisches Stellwerk in Betrieb zu nehmen, das die Steuerung der Zugstrecken modernisieren und die Effizienz verbessern soll. Die manuelle Bedienung wird durch digitale Steuerung ersetzt, sodass die Fahrdienstleiter künftig vor Bildschirmen mit Computermaus arbeiten. Laut IT-Boltwise sollen damit der Betrieb beschleunigt und der Personalbedarf reduziert werden.
Der Fern- und Regionalverkehr wird während dieser Umstellung umgeleitet. Viele ICE-Züge werden statt am Hauptbahnhof in Köln-Ehrenfeld oder Köln Messe/Deutz halten. Einige Fernzüge werden sogar weiträumig um Köln herumgeleitet. Positiv zu vermerken ist, dass der S-Bahn-Verkehr weitgehend unberührt bleibt, da dieser bereits seit 2021 digital gesteuert wird. Die Deutsche Bahn hat in diese Modernisierung insgesamt 360 Millionen Euro investiert, um die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Bahnverkehrs zu erhöhen. Der Normalbetrieb soll am 24. November nach Tests und Schulungen der Fahrdienstleiter wieder aufgenommen werden.
Technische Details zur Umstellung
Die Inbetriebnahme des neuen elektronischen Stellwerks in Köln Hbf beginnt am Abend des 13. November und wird bis zum 24. November 2025 andauern. In dieser Zeit werden über 176 neue Signale installiert und 208 Kilometer Kabel verlegt. Zusätzlich werden elf neue Signalbrücken sowie zwei Weichen erneuert. Die Technik wird ab dem 14. November getestet und in das Zentralstellwerk integriert. Während dieser Phase kommt es zu einer Vollsperrung der Regional- und Fernverkehrsgleise. Über 217 Signale und nicht mehr benötigte Anlagen werden abgebaut, um Platz für die neuen Technologien zu schaffen. Diese Informationen stammen aus einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn, die ebenfalls hier nachzulesen ist.
Insgesamt werden die neuen Systeme rund 1300 Züge täglich steuern. Die Schulung der Zugverkehrssteuerer erfolgt an einer Simulationsanlage, um sicherzustellen, dass alles reibungslos funktioniert. Auch die Nahverkehrslinien werden große Einschränkungen erfahren, außer der S-Bahn und der RB 25. Für Regionalzüge wie RE 1, RE 5, RE 6 und viele weitere sind Umleitungen und Teilausfälle angekündigt. Zudem ist ein Schienenersatzverkehr in einzelnen Nächten vorgesehen. Um die Reisenden während dieser Zeit zu unterstützen, werden zusätzliche Servicekräfte eingesetzt.
Ausblick auf die Zukunft des Bahnverkehrs
Die Modernisierung des Kölner Hauptbahnhofs ist Teil eines größeren Sanierungsprogramms der Deutschen Bahn, das auch weitere Stellwerksmodernisierungen in Köln-Mülheim, Bonn Bad Godesberg, Bonn Hbf, Roisdorf, Sechtem, Brühl und Aachen umfasst. Diese Maßnahmen sind darauf ausgelegt, die Leistungsfähigkeit, das Kundenerlebnis und die finanzielle Tragfähigkeit der DB zu verbessern. Die Hauptarbeiten im Rahmen dieses Programms haben im März 2025 begonnen und umfassen auch die Errichtung von 470 neuen Signalen und weiteren technischen Einrichtungen, die die Flexibilität im Zugbetrieb erhöhen werden. Für detaillierte Informationen zu Streckensperrungen und Einschränkungen im Personenverkehr empfiehlt sich ein Blick auf digitale-schiene-deutschland.de.
Insgesamt wird die technische Umstellung am Kölner Hauptbahnhof eine bedeutende Verbesserung des Bahnverkehrs mit sich bringen, die sowohl die Effizienz als auch die Kundenzufriedenheit erhöhen soll. Die kommenden Wochen werden spannend, und es bleibt zu hoffen, dass die Umstellung reibungslos verläuft und die Reisenden gut informiert werden.