Die Welt verändert sich rasant, und mit ihr die Ansprüche an Mobilität und Logistik. Angesichts stetig steigender Bevölkerungszahlen wird die Dekarbonisierung des Verkehrssektors zu einer drängenden Aufgabe für Industrie, Politik und Gesellschaft. Dabei kommt emissionsärmeren Kraftstoffen eine zentrale Rolle zu – nicht nur im Flugverkehr, sondern auch auf den Straßen und auf dem Wasser.
Ein vielversprechender Ansatz sind die Sustainable Aviation Fuels (SAF), die die CO2-Emissionen in der Luftfahrt um bis zu 80 % im Vergleich zu herkömmlichem Flugkraftstoff reduzieren können. bp engagiert sich aktiv in Deutschland für die Produktion und Nutzung dieser emissionsärmeren Flugkraftstoffe. Aber auch für den Straßenverkehr sind emissionsärmere Kraftstoffe von Bedeutung, insbesondere für bestehende Verbrenner- und Hybridfahrzeuge. Hier kommen Biokraftstoffe ins Spiel, die aus Pflanzen oder Abfällen gewonnen werden und signifikante Treibhausgasemissionen von Pkw und Lkw senken können.
Der Aufstieg der Sustainable Aviation Fuels
Die Nachfrage nach SAF wird bis 2030 auf beeindruckende 49 Millionen Tonnen steigen, wobei die Führungsmärkte in der Region Asien-Pazifik, den USA und Europa liegen. Aktuell gibt es weltweit 264 SAF-Projekte in verschiedenen Entwicklungsphasen, wobei die Mehrheit in Nordamerika (103) und Europa (98) angesiedelt ist. Ab 2023 müssen europäische Fluggesellschaften mindestens 2 % SAF beimischen, was bis 2030 auf mindestens 6 % erhöht werden soll. Derzeit liegt der SAF-Anteil am Kerosinverbrauch in Europa bei lediglich 0,2 %.
SAF umfasst sowohl Biokraftstoffe (Bio-SAF) als auch E-Fuels, die mit Ökostrom erzeugt werden (E-SAF). Um den künftigen Bedarf zu decken, sind bis 2030 etwa 7.000 neue Produktionsstätten notwendig. Das Investitionsvolumen für diese neuen Produktionsanlagen wird auf zwischen 1,0 und 1,5 Billionen US-Dollar geschätzt. Die Prognosen sind ebenfalls vielversprechend: Bis 2030 könnte der SAF-Anteil am Kerosinverbrauch in Europa auf 11 % steigen, was etwa 9,3 Millionen Tonnen entspricht.
Innovationen und Herausforderungen
Die technologischen Verbesserungen, wie das Co-Processing, sind entscheidend, um die Produktion von SAF zu steigern. Der gesamte Markt zeigt ein erhebliches Wachstumspotenzial, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 11,6 % in Europa zwischen 2030 und 2050. Der aktuelle Preis für Bio-SAF beträgt 2,7 US-Dollar pro Kilogramm, während E-SAF bei 4,9 US-Dollar pro Kilogramm liegt. Prognosen zeigen, dass der Preis für Bio-SAF bis 2050 um 19 % steigen könnte, während E-SAF auf 2,2 US-Dollar pro Kilogramm sinken wird.
Für Deutschland wird eine Produktion von 0,08 Millionen Tonnen SAF im Jahr 2026 prognostiziert. Um diesen Markt weiter zu unterstützen, ist der Vorschlag eines zentralen Fonds auf EU-Ebene zur Finanzierung der SAF-Produktion ein viel diskutiertes Thema. Mögliche Finanzierungsquellen könnten Rentensysteme, Abgaben auf Flugticketkäufe oder Steuern auf die SAF-Produktion sein.
Für weitere Informationen über emissionsärmere Kraftstoffe und deren Bedeutung in der heutigen Zeit, besuchen Sie bitte erneuerbarekraftstoffe.de.