Im Humanitarium in Vogelsang fand kürzlich die feierliche Verleihung des Castiglione-Preises des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) statt. Dieses Museum, das größte seiner Art in Deutschland, wurde für seine bedeutenden Beiträge zur Aufarbeitung der Geschichte des DRK geehrt. Die Auszeichnung, die mit 1500 Euro dotiert ist, wird jährlich an zwei herausragende Arbeiten vergeben, die sich mit der Geschichte des DRK befassen, einschließlich seiner Verstrickungen während des Dritten Reiches. Der Preis wurde 2023 ins Leben gerufen und ist ein wichtiger Schritt zur Würdigung der historischen Aufarbeitung innerhalb der Rotkreuz-Bewegung.
In diesem Jahr ging der Preis an Rolf Zimmermann, den Initiator der Rotkreuz-Aktivitäten in Vogelsang, und die Schweizer Historikerin Yvonne Aregger. Während Zimmermann krankheitsbedingt nicht anwesend war, wird seine Rolle als Grundsteinleger für das DRK-Zentrum im Museum besonders gewürdigt. Aregger erhielt die Auszeichnung für ihre Masterarbeit „Viel Arbeit – mir geht es gut“, in der sie die Erfahrungen von Rotkreuzschwestern an der russischen Ostfront während des Zweiten Weltkriegs erforschte. Diese Arbeit basiert auf der Auswertung von Tagebüchern und Briefen von Schwestern, die zwischen 1941 und 1945 im Einsatz waren.
Einzigartige Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart
Dr. Volkmar Schön, der ehemalige Vizepräsident des DRK, betonte die beeindruckende Verbindung von Geschichte und Gegenwart, die das Museum verkörpert. Die Preisverleihung wurde musikalisch vom Kölner Jazzduo „Jazzalive“ begleitet, was der Veranstaltung eine besondere Atmosphäre verlieh. Bürgermeister Ingo Pfennings aus Schleiden schloss die Zeremonie mit den Worten „Das Leben ist schön!“, die die positive Botschaft des Abends unterstrichen.
Das Museum, das 2010 gegründet wurde, hat sich über die Jahre zu einem Vorbild für andere Rotkreuz-Museen in Deutschland entwickelt. Neben der Preisverleihung werden auch andere DRK-Einrichtungen in Vogelsang, wie das Transit und das Fluchthaus, kontinuierlich ausgebaut. Diese Institutionen schaffen einen einzigartigen Ort für die historisch-politische Bildungs- und Vermittlungsarbeit.
Ausblick auf zukünftige Preisverleihungen
Der Castiglione-Preis wird bis zum 31. März 2026 vergeben, und Bewerbungen für Beiträge und Projekte zur Geschichte des DRK sind weiterhin möglich. Interessierte können eine Arbeit pro Bewerber einreichen und diese per E-Mail oder postalisch mit einer Begründung, Zusammenfassung und Datenschutzerklärung einreichen. Im Jahr 2025 werden erneut bedeutende Persönlichkeiten wie Aregger für ihre Beiträge ausgezeichnet, darunter auch das Rotkreuz-Museum in Vogelsang für seine Geschichtsvermittlung.
Die Castiglione-Skulptur, die den Preisträgern überreicht wird, stammt vom Professor für Bildhauerei Bruno Raetsch und zeigt eine Frauenfigur, die einen Verletzten stützt. Diese Skulptur ist inspiriert von dem Denkmal für die ‚Donne Eroiche‘ in Castiglione delle Stiviere und symbolisiert die humanitäre Arbeit des DRK und dessen Engagement für Menschen in Not.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Veranstaltungen im Humanitarium nicht nur die Geschichte des DRK beleuchten, sondern auch dazu anregen, die Rolle des Roten Kreuzes in der heutigen Gesellschaft zu reflektieren. Die kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und die Würdigung der Leistungen derjenigen, die sich für andere eingesetzt haben, sind von zentraler Bedeutung für das Verständnis unserer humanitären Werte.
Für weitere Informationen über den Castiglione-Preis und die Geschichte des DRK besuchen Sie bitte die offizielle Seite des DRK unter drk.de und den Artikel über die Preisverleihung auf ksta.de.