Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld sorgt eine schockierende Attacke für Aufsehen und Solidarität. Der Betreiber des Internationalen Kiosks, Azad Hawrami, erhielt die Kündigung für seinen Kiosk, nachdem ein großes Hakenkreuz und die Drohung „Linke töten“ auf die Schaufensterscheibe geschmiert wurden. Diese widerwärtige Tat wurde am Samstag gegen 3 Uhr von einem Nachbarn entdeckt, der bemerkte, dass ein Fahrrad mit Blumen, das am Kiosk stand, 20 Meter entfernt auf dem Gehweg lag. Hawrami ist überzeugt, dass die Attacke gezielt und organisiert war und hat Anzeige bei der Polizei erstattet, während der Staatsschutz ermittelt. Laut Hawrami haben sich jugendliche Nachbarn organisiert, um ihn nach Hause zu begleiten, und die Solidarität gibt ihm Kraft und Mut.

Am 31. Dezember 2025, dem Kündigungsdatum, feierte Hawrami eine kleine Party im Kiosk, um seinen Kampf für alle kleinen Gewerbetreibenden zu betonen. Der Vermieter kündigte die Räumlichkeiten nach 15 Jahren, und die Kündigung wurde als rechtens bestätigt. Hawrami möchte jedoch nicht aus dem Kiosk ausziehen und betont, dass es um den Erhalt kleiner Gewerbetreibender geht. Kalle Gerigk, ein Kölner Aktivist, erklärte, dass Rassismus keinen Platz in der Gesellschaft hat und kündigte eine Kundgebung am 16. März an. Diese Kundgebung trägt das Thema „Nachbarschaftstreff erhalten – Internationalen Kiosk retten“ und soll über die Venloer Straße bis zum Internationalen Kiosk führen.

Die Bedeutung des Internationalen Kiosks

Der Internationale Kiosk ist nicht nur ein Ort für Snacks und Getränke, sondern auch ein wichtiger Treffpunkt für die Nachbarschaft. Rund 120 Menschen versammelten sich am Samstagnachmittag vor dem Kiosk, um Hawrami in seiner schwierigen Lage zu unterstützen. Der Vermieter nannte keinen Grund für die Kündigung, obwohl Hawrami zuvor keine Probleme hatte. Er erklärte den Kiosk zum 1. Januar für besetzt, nachdem sein Angebot, eine höhere Miete zu zahlen, unbeantwortet blieb.

Der Kiosk hat eine lange Geschichte von Veranstaltungen und Ausstellungen und ist ein Ort politischer Solidarität. Unterstützer skandierten „Azad bleibt“ und übergaben eine Petition mit knapp 2000 Unterschriften an den Vermieter, der nicht reagierte. Hawrami äußert Bedenken über die hohen Mieten im Viertel und die Gentrifizierung in Ehrenfeld, die auch für den Kiosk besorgniserregende Auswirkungen hat. Die Nachbarschaft sieht den Kiosk als essenziellen Raum, dessen Erhalt wichtig ist.

Gentrifizierung in Ehrenfeld

Gentrifizierung hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen und beeinflusst die soziale Gerechtigkeit in städtischen Umfeldern. In Ehrenfeld, wo der Internationale Kiosk ansässig ist, führt die Aufwertung des Stadtteils zu steigenden Miet- und Immobilienpreisen, die einkommensschwache Bewohner vor immense Herausforderungen stellen. Viele können sich die steigenden Kosten nicht leisten, was zu einer Verdrängung langjähriger Bewohner führt und soziale Bindungen sowie Identität gefährdet.

Die Kluft zwischen Arm und Reich verstärkt die soziale Ungleichheit und gefährdet die soziale Gerechtigkeit. Kulturelle Einrichtungen und lokale Geschäfte, wie der Internationale Kiosk, verschwinden oft, was das kulturelle Erbe einer Stadt gefährdet. Um die negativen Auswirkungen der Gentrifizierung zu mildern, sind politische Interventionen notwendig, die soziale Gerechtigkeit fördern und den Erhalt von kleinen Gewerbetreibenden unterstützen sollten.

Der Internationale Kiosk ist mehr als nur ein Geschäft; er ist ein Ort der Gemeinschaft, des Austauschs und der politischen Aktivität. Es bleibt zu hoffen, dass die Solidarität der Nachbarschaft und die bevorstehende Kundgebung am 16. März dazu beitragen können, diesen wichtigen Ort für Ehrenfeld zu bewahren.