Das geplante Exploradom in Köln, ein ambitioniertes Projekt, das als Nachfolger des beliebten Odysseums gedacht war, scheitert an baurechtlichen Hürden und hohen Kosten. Der Betreiber, die Edutain AG, hat angekündigt, dass das Vorhaben im ehemaligen Autohaus in Ehrenfeld nicht weiterverfolgt wird. Bis zum 31. März lagen nicht alle erforderlichen Genehmigungen vor, was letztendlich zu der überraschenden Bekanntgabe des Aus am Mittwoch führte. Das Exploradom sollte auf über 30.000 Quadratmetern ein „Familien- und Erlebniszentrum“ bieten und war für eine Eröffnung im Frühjahr 2023 geplant.
Das Konzept des Exploradoms sah eine Verbindung von Spielen, Lernen und Arbeiten vor. Geplant waren Workshops für Kinder und Co-Working-Flächen für Eltern, ergänzt durch ein gastronomisches Angebot, das den Besuch abrunden sollte. Trotz der bereits online verkauften Eintrittsgutscheine und der Vorfreude auf die Eröffnung, ist die Realität anders. Die hohen Anforderungen an die Nachnutzung komplexer Bestandsimmobilien unter den aktuellen landesbaurechtlichen Rahmenbedingungen haben sich als zu groß erwiesen.
Das Ende eines Traums
Andreas Waschk, Geschäftsführer der Explorado Group, lobt zwar die Zusammenarbeit mit der Stadt Köln, jedoch ist die finanzielle Basis für private Unternehmen ohne öffentliche Förderung in diesem Umfeld nicht tragfähig. Das Odysseum, das zuletzt große interaktive Ausstellungen wie „Harry Potter“ und „Jurassic World“ präsentierte, wird im Jahr 2024 aus wirtschaftlichen Gründen endgültig geschlossen. Die Ausstellungen werden jedoch in den MMC-Studios fortgesetzt, wo am 9. Mai die erste neue Ausstellung „Bubble Planet“ eröffnet wird.
Die Edutain AG hält an der Idee des Exploradoms fest und prüft alternative Standorte, um das Konzept möglicherweise doch noch zu verwirklichen. Für die bereits verkauften Geschenkgutscheine wurde eine vollständige Erstattung zugesichert. Die Hoffnung auf ein Comeback des Odysseums bleibt, auch wenn die ursprünglichen Pläne in der aktuellen Form nicht umsetzbar sind.
Ein Blick in die Zukunft
Die Herausforderungen, die mit der Realisierung solcher Projekte verbunden sind, werfen ein Licht auf die komplexen Vorgänge in der Stadtentwicklung Kölns. Private Investitionen in kulturelle Einrichtungen sind oft von Unsicherheiten geprägt, und die Suche nach geeigneten Standorten für innovative Projekte bleibt eine stetige Herausforderung. Das Schicksal des Exploradoms könnte als Beispiel für andere Initiativen dienen, die sich in einem ähnlichen Dilemma befinden.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Pläne der Edutain AG weiterentwickeln und ob Köln vielleicht doch noch einen neuen Anlauf für ein Familien- und Erlebniszentrum nehmen kann. Die Stadt und ihre Bewohner sind gespannt, welche neuen Ideen in Zukunft auf den Tisch kommen werden.
Für weitere Informationen und Details zu diesem Thema, besuchen Sie bitte die Kölner Stadt-Anzeiger und Der Westen.