Im Herzen von Ehrenfeld, in Köln, sorgt ein geplantes Bauprojekt auf dem ehemaligen Siemens-Gelände an der Franz-Geuer-Straße für viel Diskussion und Unruhe unter den Anwohnern. Stefan Rütter, ein engagierter Bürger und Unterstützer der Initiative zur Erhaltung des alten Siemens-Gebäudes, hat sich vehement gegen die Pläne der Swiss Asset ausgesprochen. Diese sehen den Bau von 430 Wohnungen auf einem 1,9 Hektar großen Gelände vor, das ausschließlich über die Franz-Geuer-Straße erschlossen werden soll. Die Bedenken der Anwohner sind vielfältig: Es droht ein Verkehrschaos, die geplanten Gebäude könnten bis zu acht Geschosse hoch werden, und die vorgesehenen Grünflächen sind als unzureichend erachtet.
Rütter erhält Rückhalt von der Kreisgruppe Köln des BUND, die auf die Notwendigkeit einer zusammenhängenden Grünfläche von über 10.000 Quadratmetern hinweist. Der Verweis auf den Inneren Grüngürtel und die damit verbundenen Ausgleichszahlungen wurden in dieser Diskussion als unzulässig abgelehnt. In einer Sitzung der Bezirksvertretung Ehrenfeld wurden zwar minimale Änderungen an den Geschosshöhen und -flächen beschlossen, jedoch keine größeren Umplanungen. Die Stadtverwaltung hingegen sieht die Einwände des BUND als nicht gerechtfertigt an, betont jedoch, dass der Grünflächenbedarf beim Kooperativen Baulandmodell auf 35.000 Quadratmetern ermittelt wird.
Grünflächen und öffentliche Bedürfnisse
Für die geplanten 446 Wohnungen müsste eine öffentliche Grünfläche von 8.945 Quadratmetern angelegt werden. Der Investor plant jedoch lediglich 433 Quadratmeter öffentliche Grünfläche sowie 644 Quadratmeter öffentlich zugängliche Grünflächen. Darüber hinaus sind Dachgärten mit 720 Quadratmetern für die Bewohner vorgesehen. Da die Maßnahmen nicht die erforderliche Größe erreichen, wird ein Ablösebetrag gefordert, der in die Finanzierung öffentlicher Grünflächen fließen soll. Wichtiger Hinweis: Dieser Betrag dient nicht der Bestandsunterhaltung, was die Kritik an der juristischen Fokussierung verstärkt.
Die Stadtverwaltung betont, dass die gefundene Lösung dem politischen Willen entspricht. Rütter und seine Mitstreiter äußern jedoch ihre Besorgnis über die Missachtung der Interessen der Anwohner. Sie fordern mehr Aufmerksamkeit für die Auswirkungen auf das Wohnumfeld und die Lebensqualität in Ehrenfeld.
Ein neues Stadtviertel in Planung
Die Pläne beschränken sich jedoch nicht nur auf Wohnraum. Auf dem Gelände soll auch eine Kindertagestätte errichtet werden, was die familienfreundliche Ausrichtung des Projekts unterstreicht. Zudem ist eine Mischung aus nicht wesentlich störendem Gewerbe, wie Büros, Dienstleistungen, Kulturbetrieben und Gastronomie, vorgesehen. Dieses Vorhaben ist Teil des Stadtentwicklungskonzepts Wohnen (StEK Wohnen) der Stadt Köln, das darauf abzielt, den aktuellen Wohnraumbedarf zu decken. Um die Umsetzung der Pläne voranzutreiben, ist die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich, dessen Entwurf vom 26. Juni 2025 bis 1. August 2025 veröffentlicht wird. In dieser Zeit haben Bürger*innen die Möglichkeit, die Unterlagen einzusehen und Stellungnahmen abzugeben. Die Planunterlagen werden im Internet unter http://www.beteiligung-bauleitplanung.koeln veröffentlicht und sind auch im Stadtplanungsamt zugänglich.
Wer also Interesse an den Entwicklungen in Ehrenfeld hat oder sich aktiv einbringen möchte, kann dies tun. Die Einsichtnahme im Stadtplanungsamt ist montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr möglich. Außerhalb dieser Zeiten kann eine Terminvereinbarung unter der Telefonnummer 0221 / 221-30183 oder per E-Mail an bauleitplanung@stadt-koeln.de getroffen werden.
Die Diskussion um das Bauprojekt auf dem ehemaligen Siemens-Gelände in Ehrenfeld zeigt, wie wichtig es ist, die Bedürfnisse der Anwohner in den Planungsprozess einzubeziehen und gleichzeitig den Wohnraumbedarf einer wachsenden Stadt zu decken. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Pläne weiterentwickeln und ob die Sorgen der Anwohner Gehör finden werden. Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen kann die vollständige Berichterstattung auf Kölner Stadt-Anzeiger und Rheinische Anzeigenblätter verfolgt werden.



