Die Deutsche Bahn (DB) hat auf die Kritik des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) reagiert und ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Verkehre zwischen Hagen, Wuppertal und Köln schnürt. Am 6. Februar begann die Korridorsanierung, die eine intensive Bauphase von DB InfraGO einleitete. Während dieser fünfmonatigen Bauphase wurde ein komplexer Schienenersatzverkehr eingerichtet, bei dem täglich bis zu 200 Ersatzverkehrsbusse im Einsatz sind. Die Organisation dieses Ersatzverkehrs erfolgt durch DB Regio und go.on, wobei Vandalismus dazu führte, dass bei DB Regio zehn Busse ausfielen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, einen verlässlichen, stabilen und komfortablen Ersatzverkehr zu gewährleisten.
Die DB hat verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung des Fahrplankonzepts angekündigt. Dazu gehört die Erhöhung der Pünktlichkeit durch Anpassungen der Fahrtzeiten und die Prüfung des Einsatzes zusätzlicher Fahrzeuge während der nächsten Vollsperrung. Auch die Schulung von Busfahrern wird ernst genommen, inklusive Begleitung von Fahrten und zusätzlichen Schulungsfahrten. Des Weiteren wird an der Verbesserung der Fahrgastinformationen gearbeitet, um gemeldete Defekte schnellstmöglich abzuarbeiten. Die erste Vollsperrung wird heute Abend beendet, und ab Samstagmorgen dürfen sich die Fahrgäste auf mehr Züge zwischen Düsseldorf, Wuppertal und Hagen freuen – für vier Wochen wird mit verbesserten Verbindungen gerechnet. Die DB plant, die genannten Verbesserungen in dieser Zeit umzusetzen. Weitere Details zu diesen Maßnahmen können auf der Webseite der Deutschen Bahn nachgelesen werden.
Vandalismus im ÖPNV
Ein großes Problem, das die DB während dieser Bauphase beschäftigt, ist Vandalismus im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Oftmals wird Vandalismus als alltägliches Ärgernis betrachtet, aber die Folgen gehen weit über kosmetische Schäden hinaus. Manipulierte Sicherheitssysteme, abgedeckte Kameras und gestörte Weichen sind nur einige der potenziellen Gefahren, die den Betrieb ernsthaft beeinträchtigen können. Markus Weidenauer, geschäftsführender Gesellschafter der SecCon Group GmbH, warnt vor den Risiken von Sachbeschädigung, die sowohl für das Personal als auch für die Fahrgäste gefährlich sein können.
Die technische Infrastruktur der Verkehrsbetriebe ist zwar robust, jedoch gibt es organisatorische Lücken, die sie verwundbar machen. Viele Betreiber erfassen Vorfälle, werten sie jedoch nicht systematisch aus, was dazu führt, dass Muster unerkannt bleiben. Ein verstellter Sensor oder ein Kabelschnitt kann den Zugverkehr schnell lahmlegen. Weidenauer betont, dass Sachbeschädigung im ÖPNV eine unterschätzte Sicherheitsfrage ist und proaktives Handeln notwendig ist, um die Funktionsfähigkeit des Systems zu sichern. Mehr Informationen zu diesem Thema sind in einem Artikel auf Secupedia zu finden.
Forschung zu Vandalismus
Die Thematik rund um Vandalismus im öffentlichen Personenverkehr wird auch wissenschaftlich untersucht. Eine Bachelorarbeit von David Pförtsch an der Humboldt-Universität zu Berlin beschäftigt sich mit den Bedingungen und der Psychologie hinter Vandalismus sowie bestehenden Gestaltungsmaßnahmen. Die Arbeit betont, dass Vandalismus erhebliche Kosten für Transportanbieter verursacht, sowohl zur Beseitigung als auch zur Prävention von Schäden. Es werden verschiedene Einflussfaktoren wie Motivation, Kontrolle, Persönlichkeit, Umweltbeschaffenheit und soziale Normen angesprochen, die auf das Verhalten von Tätern einwirken.
Gestaltungsmaßnahmen werden in technische und soziale Kategorien unterteilt. Nennenswerte Konzepte sind Überwachung, Säuberung, Ownership, Restitution sowie Crime Prevention Through Environmental Design (CPTED). Eine Kombination dieser Ansätze wird empfohlen, um eine holistische Herangehensweise zu entwickeln. Die Bachelorarbeit ist unter diesem Link verfügbar und bietet wertvolle Einblicke für Verkehrsbetriebe und Anbieter von Verkehrskonzepten.
Insgesamt zeigt sich, dass die Herausforderungen im öffentlichen Personennahverkehr vielfältig sind und sowohl technische als auch soziale Lösungen erfordern. Die Deutsche Bahn ist gefordert, den Spagat zwischen notwendigen Bauarbeiten und der Aufrechterhaltung eines zuverlässigen Verkehrsangebots zu meistern, während gleichzeitig die Sicherheit der Fahrgäste gewährleistet werden muss.