Am heutigen 27. Februar 2026 ist es an der Zeit, einen Blick auf die Herausforderungen zu werfen, die der Klimawandel für Köln mit sich bringt. Die Stadt am Rhein hat in der Vergangenheit bereits mit Hochwasser zu kämpfen gehabt. So führte das Jahrhunderthochwasser Ende Januar 1995 zu einem Pegelstand von 10,69 Metern, was in Rodenkirchen, Sürth und Weiß zu erheblichen Überflutungen führte. Damals wurde das Schokoladenmuseum zur Insel, und viele Kneipen waren nur per Boot oder über Stege erreichbar. Die Schäden waren enorm, was die Stadt Köln dazu veranlasste, hunderte Millionen Euro in den Hochwasserschutz zu investieren.
Eine aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigt die Verwundbarkeit der städtischen Infrastruktur. Köln hat einen Klimarisiko-Index von 3,42 und belegt damit Rang 131 im bundesweiten Vergleich. Im Prognoseblick auf das Jahr 2050 wird ein Anstieg auf einen Wert von 3,87 und ein Sprung auf Rang 59 erwartet. Besonders Sturm und Starkregen tragen erheblich zum Gesamtrisiko bei. Die Zunahme von Hitzegefahren und Wasserknappheit ist ebenfalls zu erwarten. Hochwasserabwehr zählt zu den förderwürdigen Maßnahmen im Rahmen eines 100 Milliarden Euro Sondervermögens des Bundes, wovon Nordrhein-Westfalen 21,1 Milliarden Euro erhält.
Hochwasserschutzmaßnahmen in Köln
Ein eindrucksvolles Beispiel für den Hochwasserschutz in Köln ist das 226-Millionen-Euro-Projekt für einen Überflutungsraum bei Köln-Worringen. Dieser Raum soll bei Pegelständen von 11,70 Metern aktiviert werden und bis zu 30 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen können. Zudem gibt es weitere steuerbare Überflutungsräume, beispielsweise in Porz-Langel. Allerdings stockten die Planungen für diese Überflutungsräume aufgrund komplexer Probleme, wurden aber durch die Flutkatastrophe 2021 beschleunigt.
Die Stadt Köln stellt auch Hochwassergefahrenkarten zur Verfügung, die die Gefährdung durch Hochwasser, Grundhochwasser und Starkregen aufzeigen. Diese Karten informieren über Überschwemmungstiefen und -ausbreitungen für den Rhein, die Strunde, den Frankenforstbach und den Mutzbach. Die Wasserstände am Kölner Pegel sind dabei klar definiert: Bei 9,60 Metern handelt es sich um ein häufiges Ereignis, während 11,30 Meter ein mittleres Ereignis darstellen. Seltene und extreme Hochwasserereignisse liegen bei 11,90 und 12,90 Metern.
Die Zukunft im Zeichen des Klimawandels
Im Kontext der globalen Klimakrise ist es wichtig zu betonen, dass schwere Niederschläge seit den 1950er-Jahren weltweit häufiger und intensiver werden. Der Klimawandel ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, die auch andere Regionen in Europa betrifft. Massive Regenfälle führten im Oktober 2024 in der spanischen Provinz Valencia zu verheerenden Überschwemmungen, die über 200 Menschen das Leben kosteten. Solche Extremwetterereignisse sind auch in Deutschland nicht unbekannt; in den letzten Jahren erlebten wir mehrere heftige Regenfälle und Hochwasser, die erhebliche Schäden verursachten.
Wissenschaftler sind sich einig, dass die Erwärmung der Luft zu mehr Wasserdampf und damit zu mehr Niederschlag führt. In Deutschland ist die Durchschnittstemperatur seit 1881 gestiegen, und das Jahr 2023 war das wärmste Jahr mit 10,6 Grad. Diese Entwicklung macht Hochwasserschutzmaßnahmen entscheidend, insbesondere da die Versiegelung von Flächen und die Entwässerung von Auen Überschwemmungen verschärfen können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Köln sich den Herausforderungen des Klimawandels stellen muss. Hochwasserschutzprojekte, wie das erwähnte Sondervermögen des Bundes und die Hochwassergefahrenkarten, sind wichtige Schritte in die richtige Richtung. Doch die Stadt und die Bürger müssen auch weiterhin wachsam bleiben und sich auf die sich verändernden klimatischen Bedingungen einstellen, um zukünftigen Risiken erfolgreich zu begegnen.
Für weitere Informationen zu Hochwassergefahren und Schutzmaßnahmen in Köln sind die Hochwassergefahrenkarten und die Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft hilfreiche Ressourcen.