Heute ist der 18.04.2026. Der Kölner Neumarkt, ein pulsierendes Herzstück der Stadt, hat im Laufe der Jahre viele Veränderungen durchlebt. Auf der Nordseite grüßt die St. Aposteln Kirche, während große Platanen Schatten spenden. Am U-Bahn-Eingang steht eine imposante Uhr, die nicht nur die Zeit anzeigt, sondern auch Geschichten vergangener Tage erzählt. Eine dieser Geschichten führt uns zurück zu einem markanten Gebäude, das einst das Stadtbild prägte: das Hertie-Kaufhaus.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Hertie-Kaufhaus an zentraler Stelle erbaut. Mit seiner dreigeschossigen Glasfront war es ein wahres Schmuckstück und bot eine Fülle an Abteilungen. Viele Kölner erinnern sich an die besonderen Momente, die sie dort erlebten. So erinnert sich Nina an das Restaurant mit dem fantastischen Blick über die Dächer der Stadt, während Thomas von seiner Mutter erzählt, die eine leitende Position bei den Schneidern innehatte. Iris bringt lebendige Erinnerungen an den Verkauf von Hundewelpen und das weißes Pferd mit schwarzer Mähne vor dem Eingang. Und dann ist da noch Helga, die die Modenschau im Restaurant und die köstliche Brühwurst nicht vergessen kann.
Das Ende einer Ära
In den 80er-Jahren zog ein World of Music (WOM)-Laden in das Kellergeschoss des Hertie-Kaufhauses ein. Der Hinterausgang des Hertie führte direkt zu Karstadt, was die beiden Kaufhäuser eng miteinander verband. 1966 wurde die Schildergasse in eine Fußgängerzone umgewandelt, was den Neumarkt noch attraktiver machte. In den 1990er-Jahren übernahm Karstadt schließlich das Hertie-Kaufhaus, doch die Zeiten änderten sich.
1997 wurde das Hertie-Kaufhaus abgerissen und machte Platz für die heutige Neumarkt Galerie. Diese wurde später am Neumarkt 2-4 erbaut und 2013 von Deka Immobilien für stolze 295 Millionen Euro erworben. Ein markantes Zeichen der Neumarkt Galerie ist die umgedrehte Eistüte an der Spitze, die heute zum Wahrzeichen dieser modernen Einkaufsgalerie geworden ist.
Einblicke in die Vergangenheit
Die Erinnerungen an das Hertie-Kaufhaus sind noch lebendig, und viele Kölner tragen sie in ihren Herzen. Ob es die Schulpraktika in der Fotoabteilung waren, bei denen das Mittagessen nur 80 Pfennig kostete (Hein), oder die Restaurantbesuche mit Pommes (Heike) – all diese kleinen Erlebnisse machen deutlich, wie sehr das Kaufhaus das Leben vieler Menschen geprägt hat. Elisabeth erinnert sich an die Kinder, die auf dem Palomino-Pferd reiten durften, und es wird klar, dass das Hertie-Kaufhaus mehr war als nur ein Ort des Einkaufens; es war ein Teil der Kölner Identität.
Der Neumarkt hat sich im Laufe der Jahre verändert, doch die Geschichten, die er erzählt, bleiben bestehen. Das Hertie-Kaufhaus, mit all seinen Facetten, wird immer ein Teil dieser Geschichten sein und die Kölner werden weiterhin mit einem Lächeln an die alten Zeiten zurückdenken. So bleibt der Neumarkt nicht nur ein Ort zum Shoppen, sondern auch ein Ort der Erinnerungen, der die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet.