In Köln, genauer gesagt in Chorweiler, hat das Team von NOlympia einen Infostand installiert, um auf die entscheidenden Fragen rund um die Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele aufmerksam zu machen. Die Emotionen kochen hoch, besonders nachdem Ministerpräsident Wüst die bisherigen Ergebnisse als „beeindruckend“ bezeichnete. Doch trotz hoher Ausgaben von Städten, Land und privaten Unternehmen bleibt die emotionale Kampagne hinter den Erwartungen zurück. Vor allem im Ruhrgebiet ist die Mobilisierung gering, da viele Bürger mit dem Argument „Wir haben andere Sorgen“ an die Sache herangehen.
Besonders auffällig ist die hohe Zustimmungsrate der Befürworter, die bei einer niedrigen Wahlbeteiligung erzielt wurde. NOlympia nutzt diese Gelegenheit, um die Bewerbung sachlich zu kritisieren und die Kosten in Frage zu stellen. Wüst prognostiziert Durchführungskosten von 4,8 Milliarden Euro, doch Experten und NOlympia warnen vor möglichen Kostensteigerungen, die das Dreifache erreichen könnten. Ein weiteres Problem ist die fehlende Investition in die geforderten 3,6 Milliarden Euro für die Sportstätten-Infrastruktur, während in Köln mindestens 48 Sportstätten saniert werden müssen. Hier muss der Sanierungsstopp dringend aufgehoben werden.
Olympia-Bewerbung in Nordrhein-Westfalen
Die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele erstreckt sich über 17 Städte in Nordrhein-Westfalen, darunter neben Köln auch Duisburg, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Krefeld und Pulheim. Die geplanten Sportarten sind vielfältig: Schwimmen soll in Gelsenkirchen in der Arena auf Schalke stattfinden, während Handball und Volleyball in Düsseldorf ausgetragen werden. Köln wird sich unter anderem um die Austragung von Turnen und Rollstuhlbasketball bemühen. Der Bürgerentscheid in Köln, der als Erfolg für Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) gewertet wird, erreichte eine Wahlbeteiligung von rund 40 Prozent.
Die Abstimmung in den 17 Kommunen erfolgt als Briefabstimmung, und das Ergebnis wird am Sonntagabend erwartet. Burmester betont, dass Köln eine entscheidende Rolle in der Olympia-Vision für NRW spielt. Die geschätzten Einnahmen durch Ticketverkäufe und den Tourismus belaufen sich auf 5,2 Milliarden Euro, was die Investitionen von 4,8 Milliarden Euro als lohnenswert erscheinen lässt. Kritiker hingegen warnen vor möglichen Kostenüberschreitungen, wie sie bereits bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris zu beobachten waren.
Ausblick auf die nächsten Schritte
Bis zum 4. Juni müssen Nordrhein-Westfalen und die 17 Kommunen den Bewerbungs-Fragenkatalog des DOSB beantworten. Ein entscheidender Punkt wird die geplante Umwandlung bestehender Sportstätten sein, um sie für die Olympischen Wettbewerbe fit zu machen. Geplant ist unter anderem der Bau eines Olympischen Dorfs und eines temporären Leichtathletikstadions im Kölner Norden, das nach den Spielen in Wohnraum umgewandelt werden soll. Die Kölner Zahlen aus der Abstimmung werden am Montag ausgewertet und könnten neue Impulse in die Diskussion bringen.
Die geplante Bestrahlung der Hohenzollernbrücke fand zwar nicht statt, doch die Feier im LVR-Turm konnte dennoch durchgeführt werden. In der Kölner Bevölkerung bleibt die Diskussion um die Olympischen Spiele hitzig und emotional. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und welche Entscheidungen in den kommenden Wochen getroffen werden.