Am Freitag, den 6. März 2026, wird in Köln ein Warnstreik der KVB-Beschäftigten stattfinden. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. An diesem Tag werden keine Bahnen und nur wenige Busse in Köln fahren, was die Mobilität der Bürger erheblich einschränken wird. Dieser Streik ist Teil der laufenden Tarifverhandlungen für rund 30.000 Beschäftigte der kommunalen Nahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen (NRW), die kürzlich ohne Ergebnis endeten.
Die zweite Tarifrunde am 3. März 2026 in Bochum brachte keine Fortschritte. ver.di berichtet, dass kein verhandlungsfähiges Angebot von Seiten der Arbeitgeber vorliegt. Stattdessen wurde ein Katalog mit möglichen Verschlechterungen präsentiert, der unter anderem die Krankengeldregelung und Nachtarbeitszuschläge betrifft. ver.di fordert von den Arbeitgebern Verbesserungen, darunter eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich sowie höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit.
Warnstreik nicht nur in Köln
Der Warnstreik betrifft nicht nur Köln, sondern auch die Stadtwerke Bonn und die Bahnen der Stadt Monheim. Am Freitag werden in diesen Unternehmen ebenfalls keine Busse und Bahnen fahren. S-Bahnen und Regionalzüge sind von diesem Streik jedoch nicht betroffen. Die Gewerkschaft erhöht damit den Druck auf die Arbeitgeber, um endlich zu einem verhandlungsfähigen Angebot zu kommen.
„Wir haben in den bisherigen Verhandlungen Rückschritte statt Fortschritte erlebt“, äußerte ver.di-Verhandlungsführer Heinz Rech. Er zeigt sich unzufrieden mit der mangelnden Bereitschaft der Arbeitgeberseite, Lösungen zu finden. Die Arbeitgeber, vertreten durch Torsten Herbert, hingegen betonen, dass eine klare Angebotsstruktur vorliegt und kritisieren die Ablehnung von ver.di, in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe nach Lösungen zu suchen.
Kontext und Auswirkungen
Der Tarifstreit im kommunalen Nahverkehr in NRW zieht sich nun schon über mehrere Wochen. Die erste Verhandlungsrunde fand am 21. Januar ohne Ergebnis statt, und mehrere Warnstreiks haben bereits große Teile des kommunalen Nahverkehrs lahmgelegt. Durchschnittlich befördern die kommunalen Verkehrsbetriebe in NRW täglich etwa fünf Millionen Fahrgäste, was rund 2,5 Millionen Nutzern entspricht. ver.di betont, dass ohne Verbesserungen der Arbeitsbedingungen der Personalmangel im Nahverkehr nicht behoben werden kann.
Die nächste Tarifverhandlungsrunde ist für den 24. März 2026 angesetzt. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob eine Einigung zwischen ver.di und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW) erzielt werden kann. Für weitere Informationen und regionale Ansprechpartner können Interessierte die Webseite von ver.di besuchen: ver.di NRW Pressemitteilungen.
Für die aktuelle Situation und die bevorstehenden Entwicklungen im Kölner Nahverkehr bleibt es spannend. Die kommenden Tage könnten entscheidend sein, sowohl für die Beschäftigten als auch für die Fahrgäste der KVB.
Weitere Informationen zu den Hintergründen des Tarifstreits finden Sie auch hier: n-tv über den Tarifabschluss im NRW-Nahverkehr.