In Köln gibt es Neues zu berichten! Der Bereich östlich des Domchores, der als Domfriedhof bekannt ist, hat in den letzten Jahren eine umfassende Umgestaltung erfahren. Seit Beginn der Arbeiten im Juni 2025 ist der Platz nun fast vollständig fertiggestellt und bietet den Bürgerinnen und Bürgern eine grüne Oase mitten in der Innenstadt. Ziel dieser Umgestaltung war es, den Platz zu einem öffentlich zugänglichen Raum aufzuwerten, der nicht nur zum Verweilen einlädt, sondern auch als Erinnerungsort für die verstorbenen Domherren dient.
Besonders bemerkenswert ist die Pflanzung von zehn neuen, klimaresistenten Bäumen, die neben der erhaltenen Sommer-Linde Schatten und Aufenthaltsqualität in den Sommermonaten bieten sollen. Zudem erhält die Domherrengruft einen neu gestalteten Plattenaufbau, während ein „Band des Gedenkens“ mit Steintafeln an die verstorbenen Domherren erinnern wird. Auch das frühmittelalterliche Baptisterium, das mit dem ältesten bekannten Taufbecken Kölns aufwarten kann, wird in die Gestaltung einbezogen. Dieses Baptisterium, das um das Jahr 600 entstand, ist eines der ältesten Taufhäuser nördlich der Alpen und kann im Rahmen der Domgrabungen besichtigt werden.
Ein Blick auf das Baptisterium
Die ursprüngliche Ziegelumbauung des Baptisteriums umschloss es vollständig. In den 1960er-Jahren wurde die Ostseite geöffnet, um den Zugang zu ermöglichen. Seit 2016 erstrahlt die Umgebung des Baptisteriums in neuem Glanz, gestaltet nach den Entwürfen von Allmann Sattler Wappner Architekten. Hierbei entstand ein neuer Vorraum für die Piscina, ein großes achtseitiges Becken, das als zentraler Punkt der Taufkirche fungierte. Die charakteristische Form des Beckens mit ausschwingenden Seitenwänden datiert auf das 5. und 6. Jahrhundert. Interessanterweise konnten Täuflinge in der Mitte des Beckens übergossen werden, während die Innenseite des Beckens mit wasserfestem Mörtel versehen war.
Die Lichtinstallation „zwei, drei Szenen für das Baptisterium“ von Mischa Kuball trägt zur Atmosphäre bei und projiziert den Grundriss des Baptisteriums sowie die griechischen Buchstaben A und Ω in den Raum. Diese Schattenwirkung überträgt den Grundriss des Taufbeckens in den öffentlichen Raum und lässt Besucher die historische Bedeutung des Ortes spüren. Das Baptisterium und die Kölner Domgrabung können im Rahmen geführter Rundgänge besichtigt werden, die einen tiefen Einblick in die Geschichte und die architektonischen Besonderheiten bieten.
Ein Ort der Erinnerung und Begegnung
Der Domfriedhof wird tagsüber für alle offen sein, während die Tore in der Nacht geschlossen werden. Diese neue Gestaltung bietet nicht nur einen Ort der Ruhe und des Gedenkens, sondern auch einen lebendigen Raum, der die Geschichte Kölns widerspiegelt. Die Verbindung von Natur und Kultur in diesem neu gestalteten Bereich fördert die Aufenthaltsqualität und lädt dazu ein, die reiche Geschichte der Stadt zu erleben.
Für weitere Informationen über das Baptisterium und seine Bedeutung in der Kölner Geschichte, besuchen Sie die Webseite der Kölner Dombauhütte. Hier erfahren Sie alles über die spannenden Ausgrabungen und die Arbeiten, die zur Erhaltung dieses historischen Erbes beitragen.
Insgesamt stellt die Umgestaltung des Domfriedhofs und die Einbeziehung des Baptisteriums ein bedeutendes Projekt für Köln dar, das sowohl den historischen als auch den zeitgenössischen Bedürfnissen der Stadt gerecht wird. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!
Mehr zum Thema finden Sie auch in unserem Artikel über die grüne Oase am Dom.