In Köln wird der Arbeitskampf weitergeführt. Die Gewerkschaft Verdi hat die Angestellten der KVB, SWB und Wupsi zu einem ganztägigen Streik am 27. und 28. Februar aufgerufen. In dieser Zeit werden KVB-Bahnen und Busse nicht verkehren und in den Betriebshöfen bleiben. Der Streik hat auch erhebliche Auswirkungen auf das Gastgewerbe in der Stadt.

Martin Schlüter, Vorstandsmitglied der IG Gastro und Leiter der Gaststätte „Reissdorf am Hahnentor“, äußert sich alarmiert über einen Umsatzrückgang von bis zu 50 Prozent. Er berichtet von 70 abgesagten Reservierungen von ursprünglich 160 Gästen. Auch Claudia Wecker, Betreiberin des Studenten-Clubs „Das Ding“, bestätigt die negativen Auswirkungen des Streiks auf die Gastronomie. Alexander Manek vom „Haus Unkelbach“ hingegen berichtet von guten Reservierungen und dass viele Gäste alternative Anreisemöglichkeiten gefunden haben.

Hintergründe des Streiks

Der Grund für den Streik sind die Tarifverhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband NRW, bei denen bislang kein Angebot von den Arbeitgebern gemacht wurde. Vor allem fordert Verdi eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich, gesicherte Ruhezeiten und höhere Sonntagszuschläge. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 2. und 3. März angesetzt.

In einem weiteren Kontext wird ein ganztägiger Warnstreik der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am 02. Februar 2026 erwartet. Auch hier sind die Beschäftigten der KVB, SWB und Wupsi in Köln, Bonn und Leverkusen betroffen. Der Warnstreik beginnt am 02.02.2026 um 3:00 Uhr und endet voraussichtlich am 03.02.2026 um 3:00 Uhr. Während dieser Zeit sind Ausfälle im Bus- und Bahnverkehr zu erwarten, Regional- und S-Bahnen sind jedoch nicht betroffen.

Die Forderungen der Beschäftigten

Die Beschäftigten fordern unter anderem die Kürzung der wöchentlichen Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, eine Mindestruhezeit von 11 Stunden zwischen zwei Schichten sowie einen Zuschlag von mindestens 40 Prozent für Sonntagsarbeit. Auch die Erhöhung des Freistellungsumfangs für Gewerkschaftsarbeit auf 8 Tage und eine Ausweitung des Geltungsbereichs auf kurzfristig Beschäftigte/Minijobs stehen auf der Liste. Zudem soll die Laufzeit des neuen Manteltarifvertrags 24 Monate betragen.

Gerade im Hinblick auf die laufenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst der Länder, die nach drei Verhandlungsrunden und diversen Streiks zu einer Tarifeinigung geführt haben, wird deutlich, wie drängend die Situation ist. Diese Einigung gilt für 925.000 Tarifbeschäftigte und umfasst Gehaltserhöhungen in mehreren Schritten, die bis Ende Januar 2028 eine Gesamterhöhung von 5,8% erreichen. Die Themen, die die Beschäftigten in Köln beschäftigen, sind somit Teil eines größeren Bildes, das sich im gesamten Bundesgebiet abzeichnet.

Für die Gastronomie in Köln bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird, insbesondere nach der nächsten Verhandlungsrunde. Die Unsicherheit durch den Streik und die damit verbundenen Umsatzverluste bringt viele Betriebe in eine prekäre Lage, während die Forderungen der Beschäftigten nach besseren Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen zunehmend an Dringlichkeit gewinnen. Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Hintergründen, besuchen Sie bitte auch die Quelle.