In Köln-Mülheim wird ein neues Kapitel in der Stadtentwicklung aufgeschlagen, nachdem die ehemalige Kölsch-Brauerei von Radeberger in den Fokus gerückt ist. Mit einer Geschichte von über 100 Jahren, in der hier kölsches Bier gebraut wurde, soll das Areal nun in ein Wohn- und Gewerbeprojekt umgewandelt werden. Geplant ist eine Nutzung, die 60% Wohnraum und 40% Light Industrial umfasst, im Gegensatz zu den ursprünglichen Plänen von Cube Real Estate, die eine Aufteilung von 70% Gewerbe und 30% Wohnen vorsahen. Der Grund für die Anpassung der Pläne ist ein geplatzter Verkauf, der die Radeberger-Brauerei dazu veranlasst hat, eine Machbarkeitsstudie für das ungenutzte Areal vorzulegen. Die Fläche von rund 2,5 Hektar entspricht etwa 3,5 Fußballfeldern und liegt nur 900 Meter vom Wiener Platz entfernt, einem zentralen Knotenpunkt für Bahn- und Autofahrer in der Stadt.
Die neuen Pläne sehen zudem kleinteilige Hallenareale und Ateliers vor, anstelle klassischer Büros. Radeberger beabsichtigt jedoch nicht, das Gelände selbst zu entwickeln, sondern plant einen Verkaufsprozess, der bald starten könnte. Der Baustart ist in frühestens zwei Jahren zu erwarten. Auf dem Gelände wurden bis Januar 2022 verschiedene Kölsch-Sorten gebraut, zuletzt von Marken wie Sion, Gilden und Peters. Radeberger hatte bereits 2019 das Aus für die Brauerei angekündigt, da die Produktion zur Früh-Brauerei im Gewerbegebiet Feldkassel wechselte.
Die Pläne im Detail
Die vorgelegten Pläne sind jedoch noch nicht finalisiert. Variante A sieht etwa 41.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche vor, mit maximal siebenstöckigen Gebäuden und 273 Wohnungen für 628 Menschen. Variante B hingegen bietet ca. 56.500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, bis zu 13 Stockwerke und 374 Wohnungen für 860 Menschen. Beide Varianten müssen zudem 30% der Wohnfläche für öffentlich geförderte Wohnungen reservieren. Dies zeigt, dass ein großer Wert auf die Schaffung von Wohnraum gelegt wird, um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.
Mülheim, ein multikultureller Stadtteil in Köln, ist bekannt als die Metropole der Schäl Sick und hat über 43.000 Einwohner. Mit einer Geschichte, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht, wurde Mülheim 1914 nach Köln eingemeindet. Heute ist der Stadtteil nicht nur ein Wohnort, sondern auch ein Ort der kulturellen Vielfalt. Die Keupstraße beispielsweise ist bekannt als Zentrum des türkischen Geschäftslebens und wird regelmäßig für kulturelle Veranstaltungen genutzt, wie das Gedenk- und Kulturfest “Birlikte”.
So wird die Umnutzung der ehemaligen Brauerei nicht nur eine neue Wohnsituation schaffen, sondern auch zur Belebung des Stadtteils Mülheim beitragen. Die Entwicklungen im Stadtteil zeigen das Bestreben, alte Traditionen mit modernen Lebensbedürfnissen in Einklang zu bringen, während die Geschichte und die Identität von Mülheim gewahrt bleiben.
Wer mehr über die Pläne zur Umnutzung der ehemaligen Brauerei erfahren möchte, kann sich auf IZ.de und Kölner Stadt-Anzeiger informieren.